Drogen- und Suchtbericht 2014: Die Prävention ist auf einem guten Weg

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Würzburg erleben

16. August 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Aktueller Bericht 2014

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung präsentiert den aktuellen Drogenbericht der Bundesregierung. In ihrem Vorwort zum Drogenbericht betont sie, dass Prävention früh beginnen müsse und sich mit zunehmendem Alter den Zielgruppen anpassen. „Nach wie vor erleben wir einen zu arglosen Umgang mit Suchtmitteln. Am deutlichsten zeigt sich das bei Alkohol und Tabak. Die Zahlen zum Rauschtrinken und ein weiterhin hoher Anteil an Rauchern sind Belege dafür. Noch immer rauchen etwa 30 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen in Deutschland.“, so Mortler. Aber Prävention zeige auch Erfolge auf den genannten Gebieten.

Rauschtrinken junger Erwachsener

Bei den 12- bis 17-Jährigen ist der Tabakkonsum seit 2001 von 27,5% auf 12% in 2012 zurückgegangen und hat sich mehr als halbiert. Ebenfalls in dieser Zeit ist der regelmäßige Alkoholkonsum unter Jugendlichen von 17,9% auf 13.6% zurückgegangen. Eine Herausforderung, nicht nur für die Prävention, bleibt der riskante Suchtmittelkonsum wie das Rauschtrinken unter jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren. Bei Frauen beträgt der Anteil 36% und bei Männern sogar 54%.

Erheblicher Anstieg synthetischer Drogen

Erschreckend sei auch, dass der Konsum von synthetischen Drogen wie Ecstasy, Speed oder Crystal Meth regional zum Teil erheblich ansteigt. Gerade die Verbreitung von Chrystal Meth wird kritisch verfolgt. Zwar ist dessen Konsum noch nicht bundesweit verbreitet, aber es gibt Ausweitungstendenzen, vor allem in grenznahen Regionen zu Tschechien.

„Frühzeitige Aufklärung ist der richtige Weg. Ich möchte, dass unsere Kinder zu starken Persönlichkeiten heranwachsen, die diesen Risiken widerstehen können. Gerade auch der Bereich der Abhängigkeiten von Internet, Computerspielen oder Glücksspielautomaten darf nicht unterschätzt werden. Etwa ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland gilt bereits als abhängig im Sinne einer exzessiven Internetnutzung.“, betonte die Drogenbeauftragte.

250.000 Menschen Internetabhängig

Bei den jungen Erwachsenen spielt das Glücksspiel, besonders das Spiel am Automaten, bei den jungen Männern eine große Rolle. Hier beträgt der Anstieg 23,5% im Jahr 2012 im Verhältnis zu 5,8% in 2007. Bereits 250.000 Menschen unter den 14- bis 24-Jährigen gelten als online- oder internetabhängig.

Auch die Zahl der Drogentoten ist nach einem jahrelangen Rückgang leicht angestiegen.

Marlene Mortler: „In einer modernen Drogen- und Suchtpolitik ergänzen sich Prävention, Beratung und Behandlung, Maßnahmen zur Schadensminimierung sowie gesetzliche Regelungen zur Angebotsreduzierung. Mithilfe möglichst früher, zielgerichteter Präventionsmaßnahmen müssen wir alles daran setzen, damit der Einstieg in ein drogen- und suchtgeprägtes Leben erst gar nicht beginnt.“

Den vollständigen Bericht kann man hier nachlesen.

Ihr habt ein Drogen oder Suchtproblem oder kennt jemanden dem ihr  helfen möchtet? In Würzburg gibt es professionelle Hilfe unter www.drogenberatung-wuerzburg.de

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