2000. Todestag des römischen Kaisers Augustus
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Würzburg erleben
18. August 2014

Symbolbild Würzburg
Erinnerung an Kaiser Augustus
Am 19. August im Jahr 14 nach Christi Geburt ist der römische Herrscher, dem der Monat seinen Namen verdankt, aus dem Leben geschieden. Bereits vier Wochen darauf wurde er vom Senat zum Gott (Divus Augustus) erhoben. Dabei hatte der Monarch bereits zu Lebzeiten zugestimmt, dass man ihn in den östlichen Provinzen des Reiches mit Tempeln und Kulten verehren durfte. Das Jubiläum hat sich die Antikensammlung des universitätseigenen Martin-von-Wagner-Museums zum Anlass genommen, mit einer besonderen Installation an Augustus zu erinnern. Zu sehen ist eine Porträtbüste in Nischenarchitektur; Wandtexte schildern das Leben und Wirken des römischen Kaisers.
Der „gute Kaiser“ Augustus
„Augustus war nicht nur der erste Kaiser Roms und damit der entscheidende Protagonist bei der dauerhaften Umwandlung der Republik in eine Monarchie. Er setzte zudem mit seinem brillanten Gespür für geschickte Selbstinszenierungen Maßstäbe, die für alle seine Nachfolger Gültigkeit behalten sollten“, erklärt Jochen Griesbach, Konservator in der Antikenabteilung des Museums. Für die Nachwelt sei er so der „gute Kaiser“ schlechthin geblieben.
Faszinierende Führungsqualitäten
Obwohl sein Weg zur Spitze des Staates alles andere als frei von Blutvergießen verlief, konnte Augustus die überwältigende Mehrheit der Mitbürger von seinen Führungsqualitäten überzeugen. So gaben sie die Geschicke Roms lieber in die Hände eines Einzelnen, anstatt sich weiter den Machtkämpfen der Aristokratie, die das Reich seit vielen Jahrzehnten in anhaltende Bürgerkriege verstrickt hatten, auszusetzen. „Diese subtile Überzeugungsarbeit, bei der es nicht zuletzt auch die Bedürfnisse des Senats zu berücksichtigen galt, gehört zu den faszinierendsten Kapiteln der römischen Geschichte“, sagt Griesbach.
Schattenseiten des goldenen Zeitalters
Bis heute haftet der Regentschaft des Augustus der Ruf eines goldenen Zeitalters – aurea aetas auf Latein – an, an dessen Verbreitung er maßgeblich beteiligt war. Aktuell befasse sich die Forschung jedoch auch vermehrt mit den Schattenseiten, die mit seiner Machtübernahme einhergingen. „Wie dem auch sei, wird man mit seiner Ägide nicht zuletzt stets die Zeitenwende verbinden, die dem christlichen Weltbild zugrunde liegt“, so Griesbach.
Würdigung mit kleiner Installation
Die Installation ist vom 19. August bis 30. Dezember zu sehen. Die Antikenabteilung im Martin-von- Wagner-Museum ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Samstag von 13.30 bis 17.00 Uhr und an jedem zweiten Sonntag von 10.00 bis 13.30 Uhr.

