Ägyptologie: Demotisten tagen in der Würzburger Residenz
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Würzburg erleben
27. August 2014

Symbolbild Würzburg
50 Jahre Lehrstuhl für Ägyptologie
Seit 50 Jahren gibt es an der Universität Würzburg einen Lehrstuhl für Ägyptologie, seit 50 Jahren wird hier auf dem Gebiet der Demotistik geforscht. Zu diesem Jubiläum kommt die 12. Internationale Konferenz für demotische Studien nach Würzburg.
Das Demotische nannte der berühmte Ägyptologe Hermann Grapow (1885–1967) „von allen bösen ägyptischen Schriftarten die böseste“. Sein Schüler Erich Lüddeckens (1913–2004) hat sich davon nicht abschrecken lassen und begründete im Jahr 1964, als die Universität Würzburg einen Lehrstuhl für Ägyptologie einrichtete und ihn zum Professor berief, hier eine bis heute anhaltende Tradition für Demotistik.
Was ist Demotistik?
Die Demotistik ist ein Teilgebiet der Ägyptologie, das sich mit der Entzifferung und Edierung von demotischen Texten befasst. Demotisch war eine Schreibschrift für den täglichen Gebrauch, die ab etwa 650 vor Christus über Umwege aus dem Hieroglyphischen entstand. Sie wurde rund tausend Jahre lang in einer historisch spannenden Zeit verwendet: Damals kam in Ägypten verstärkt die einheimische Kultur unter anderem mit der persischen, griechischen und römischen in Berührung.
70 Teilnehmer aus 10 Länder von 5 Kontinenten
50 Jahre Ägyptologie und Demotistik in Würzburg: Zu diesem Jubiläum hat der Lehrstuhl die 12. Internationale Konferenz für demotische Studien nach Würzburg geholt. Die Konferenz findet vom 31. August bis 4. September im Toscanasaal der Residenz statt. Sie bringt rund 70 Teilnehmer aus zehn Ländern von fünf Kontinenten zusammen.
Öffentlicher Festvortrag zur Eröffnung
Unter den Teilnehmern ist auch ein ehemaliger Mitarbeiter der Würzburger Ägyptologie: Professor Richard Jasnow von der Johns Hopkins University Baltimore. Er war hier von 1986 bis 1989 als wissenschaftlicher Assistent tätig. Nun hält der Amerikaner am Montag, 1. September, den Festvortrag zur Eröffnung des Kongresses. Im Titel seines Vortrags greift er Grapows Verdikt über das Demotische auf und bricht es ironisch. Denn Demotisten sind nicht vom Reich des Bösen, sondern vom Schwierigen geheimnisvoll angezogen: „Why We Do Demotic! The Mysterious Attraction of that ‚Most Evil of all Evil Egyptian Scripts‘“. Jasnows Vortrag ist öffentlich und beginnt um 18:00 Uhr im Toscanasaal der Würzburger Residenz. Gäste sind willkommen.

