„Akademisierungswahn“: viele Azubi-Stellen frei

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Würzburg erleben

28. August 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Beste Chancen auf Wunschausbildung

Selten waren die Chancen junger Menschen auf die Wunschausbildung so groß wie heute. Mit insgesamt 3.324 neuen Ausbildungsverträgen zum Ausbildungsstart 2014 am 1. September hat die mainfränkische IHK 6,0 Prozent weniger abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahreszeitraum registriert. In der Region sind aktuell in vielen Branchen noch attraktive Stellen frei. Aktuell sind in Mainfranken noch mehr als 100 Lehrstellen unbesetzt.

Branchenübersicht

Den größten Rückgang an Ausbildungsverträgen verzeichnen aktuell die Berufe im Hotel- und Gaststättenbereich (-19,8 Prozent, 52 Verträge) sowie bei die Bau, Stein und Erden Berufe (-11,7 Prozent, 9 Verträge). Ebenfalls geringer fielen die Neuverträge in der Elektrotechnik (-10 Prozent, 30 Verträge) sowie im Handel (-6,1 Prozent, 48 Verträge) aus. Gegen den Trend zulegen konnten die Mechatroniker (11 Prozent, 14 Verträge) sowie die Fachkräfte für Lagerlogistik (10,8 Prozent, 12 Verträge). Insgesamt ist das Interesse an kaufmännischen Berufen höher als im technischen Bereich.

Trend zur Akademisierung gefährdet Lehre

Besorgt zeigt sich die IHK mit Blick auf den gesellschaftlichen Trend zur Akademisierung. „Fehlen heute Auszubildende, steigert das gleichzeitig auch den Fachkräftemangel der Zukunft.“, so Deinhard. Nicht zuletzt mit Blick auf die hohe Abbrecherquote bleibe die duale Ausbildung für den Großteil der Schulabgänger der richtige Einstieg ins Berufsleben. Mehr als jeder Dritte beendet sein Studium vorzeitig. Den Unternehmen müsse bewusst werden, dass sie mit im eigenen Betrieb ausgebildeten jungen Menschen vielleicht das bessere Los ziehen, als mit einem Bachelor, der frisch von einer Hochschule kommt. Denn bei der Besetzung der Facharbeiterebenen durch fast ausschließlich theoretisch geschultes Personal stelle sich die Ernüchterung erst im Arbeitsalltag ein.

Ausbildungshemmnisse bei Bewerbern

Aber auch die Bewerber müssen ihre Hausaufgaben machen. So nennen vier von fünf Unternehmen, die bei Bewerbern Ausbildungshemmnisse feststellen, mangelnde Ausbildungsreife als Hindernis Nummer eins. Insbesondere Mathematik- und Deutschkenntnisse seien dabei besorgniserregend. Daneben gelte es, soziale Kompetenzen wie Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit und Disziplin zu verbessern.

TOP 5 der am meisten ausgebildeten IHK-Berufe in Mainfranken:
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (299 Verträge)
2. Industriemechaniker/-in (255 Verträge)
3. Industriekaufmann/-frau (229 Verträge)
Verkäufer/-in (229 Verträge)
4. Bankkaufmann/-frau (159 Verträge)
5. Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel (154 Verträge)

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