Ein Security erzählt von seinem Beruf

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Würzburg erleben

29. August 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Ein Beruf mit vielen Vorurteilen

Es gibt Berufe, die hören sich supertoll an und es gibt welche, da denkt man sich so naja. Einer davon ist für viele der Beruf des Sicherheitspersonals, kurz Security. Es wird von Ihnen verlangt, dass sie Schlägereien und sonstige Ausschreitungen bei Events unterbinden und für ein friedliches Miteinander sorgen. Wenn um 3 Uhr morgens Schluss sein soll auf einer Veranstaltung, wollen sich das einige aber auch wieder nicht vorschreiben lassen. Irgendwie ein undankbarer Job, der mit vielen Vorurteilen behaftet ist.

Für Sicherheit auf Kiliani verantwortlich

Auf dem Kiliani, einem der größten Events im Würzburger Veranstaltungskalender, ist die Firma „Bulldog Personal Service & Solution GmbH“ für die Sicherheit am Festgelände verantwortlich. Der Inhaber und Sicherheitsmann von Bulldog Security, Christoph Braasch steht uns Rede und Antwort. Über den Job, Vorurteile und Geschichten, die er in seinem Arbeitsalltag erlebt hat.

Wie wird man Security?

C.B.: Natürlich kann ich jetzt nur für mich sprechen und dies nicht allgemein beantworten. Bei mir hat sich die Entwicklung eher zufällig ergeben. Hätte mich jemand nach dem Abitur, beim Bund oder während des Studiums nach meinem Plan für die Zukunft gefragt, wäre die Antwort sicher nicht Security gewesen. Das Ganze hat sich bei mir aus einem studentischen Nebenjob entwickelt und hat dann mehr und mehr seinen Lauf genommen und bereitet mir wegen der großen Vielseitigkeit der Aufträge nach wie vor immer noch viel Spaß.

Wie ist die Wahrnehmung der Menschen über diesen Beruf?

C.B.: Die Wahrnehmung ist glaube ich sehr von Vorurteilen geprägt. Trifft man sich mit neuen Auftraggebern, erwarten diese glaube ich oft, auf einen ungebildeten Proleten zu treffen, mit dem man sich kaum unterhalten kann oder mag. Diese Vorurteile sorgen anfangs oft für ein reserviertes Verhalten, was ich aber beim ersten persönlichen Kontakt bisher immer schnell beheben konnte. Dies liegt vermutlich daran, dass ich eigentlich keine Klischees bediene.

Ihr betreut Events wie das Kiliani und den Hafensommer und seid für die Security am Airport zuständig. Was erlebt man an einem ganz normalen Arbeitstag?

C.B.: Auch hier ist es wieder schwer eine allgemein gültige Antwort zu formulieren. Es kommt immer darauf an, wer zu Gast ist und wer vielleicht wem über den Weg läuft. Es gibt Tage bzw. Abende an denen alles friedlich bleibt und dann auch wieder solche, an denen sich alle paar Minuten neue Streithähne finden oder scheinbar jeder entschieden hat, neue Rekorde beim Konsum von Alkohol aufzustellen. Manchmal scherzen meine Mitarbeiter und ich, dass es vielleicht am Vollmond liegt. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Faktor Mensch immer für viel Abwechslung sorgt.

Wird mal als Security nicht auch mal häufiger angeflirtet, um z.B. schneller an der Schlange vorbei zu kommen?

C.B.: Klar versuchen immer mal Gäste sich einen Vorteil in Sachen Einlass zu verschaffen. Wobei sich die beiden Geschlechter unterschiedlicher Mittel bedienen.

Was war dein kuriosestes Erlebnis?

C.B.: Es kommt schon mal vor das Gäste völlig verplant sind und ihre Freunde suchen und uns dabei um Hilfe bitten. Erheiternd wird es dann, wenn sie eine extrem detaillierte Beschreibung abgeben und man ihnen dann antworten kann: „Wie wäre es mit dem Kerl, der dir die ganze Zeit gegenüber steht“.

Und das schlimmste?

C.B.: Es ist immer wieder erschreckend, wenn sich herausstellt, dass sich Leute wegen Nichtigkeiten versuchen die Köpfe einzuschlagen. Besonders wenn man dann mit den Streitparteien redet und es sich lediglich um ein verschüttetes Getränk handelt oder dass jemand etwas Böses über den anderen gesagt hätte. Es ist einfach bedauerlich zu sehen, wie bei vielen Menschen immer mehr der Respekt voreinander schwindet und sie bei kleinsten Anlässen eskalieren.

Wir bedanken uns bei Christoph für das Interview. Wenn Ihr noch Sicherheitspersonal für Eure nächste Veranstaltung sucht, schaut doch mal auf der Webseite der Firma vorbei.

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