SMAUL: Akopalüpze Alte Mainbrücke
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Würzburg erleben
1. September 2014

Symbolbild Würzburg
Radfahrer-Misere in 6 Szenen – Teil 1
SMAUL-Chefredakteur Frank Frei schreibt mit seinem sklavisch ergebenen Team den ersten Fortsetzungsroman für Würzburg erleben. In den nächsten Tagen geht es um die Radfahrer-Misere Würzburgs in 6 Szenen. Und schon geht’s los:
Akopalüpze alte Mainbrücke
„Fruchtig!“ – „Nein, nussig“ – „Ich sage: überaus bekömmlich.“ So und noch schlimmer hallen und lallen die Rufe seit geraumer Zeit übers Wohnzimmer der Würzburger: die alte Mainbrücke. Wie die Mucken vom Licht werden die Eingeborenen und solche, die es werden wollen, von der Chance angezogen, sich krampfhaft lässig auf der angenehm ruppig gepflasterten Brücke mit unserem Allheilmittel Frankenwein zu besaufen.
Freshe Business-Franken mit geil gegeltem Haar im Anzug lümmeln sich an die gemächlich schaukelnden Resopaltische, die Fluppe immer präzise Richtung Mekka oder zumindest aufs Frankfurter Bankenviertel ausgerichtet. Die zum schieren Müßiggang aus ihren Villen im Steinbachtal gekrochenen Geldrentner, eigens von ihren Butlern aus der Kryogenese aufgetaut und mit dem Staubwedel von Spinneweben gesäubert, tun es ihnen zitternd gleich.
Oder die zur allmonatlichen Fleischbeschau (Mensch & Tier) angereisten Bauern aus dem Würzburger Speckgürtel, aus Gemeinden wie Rottendorf, Höchberg, Zell, Veitshöchheim, Gerbrunn, wo sich die Einwohner manchmal den Spaß machen, mit der Fußspitze hinters Ortsschild zu tupfen und zu brüllen „Gerti, schau emool – i bin in Würzburrrch!“, nur um neckisch den Fuß wieder zurückzuziehen und dumpf fortzufahren „Awer am schönnste – isses hierrr bei unz dahemm.“
Friedlich torkelt dort die lokale Oberschicht in Menschentrauben umeinander. Nicht nur auf den ersten Blick ist bis dahin verdammt wenig passiert. Doch bedeutungsschwanger verabschieden wir uns mit einem kleinen Dialog aus dem Film „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“ (Helge Schneider). Der Kommissar fragt: „Nichts los im kleinen Städtchen?“ – Körschgen erwidert: „Kommt noch!“
Teil 1 – Akopalüpze Alte Mainbrücke
Teil 3 – Der Terror kam auf leisen Gummisohlen
Teil 4 – Brückenschopper befördern Fahrradfahrer in den Main
Teil 5 – O.G. Schuchardt dominiert das Game
Teil 6 – Inspiriert von der Realität
SMAUL – Satire für Würzburg
DER NAME: SMAUL steht für den fränkischen Ausruf „`s Maul!“, kurz für „Halt das Maul“. Aufgrund unserer traditionellen Attacken gegen Personen des öffentlichen Lebens kann man den Namen des Satiremagazins auch als Appell „Auf’s Maul“ (hauen, zum Beispiel) verstehen. Unser im Redaktionskäfig eingesperrter Edel-Praktikant Hyacintho (ist unbefristet verpflichtet) entwickelte außerdem unter sanftem Druck, beziehungsweise einigen recht konkreten Peitschenhieben des Chefredakteurs Frank Frei das Magazinmotto der SMAUL aus dem Akronym. Es lautet: Schmarrn Melken Aus Unserm Leben.

