queer*e Jugendgruppe DéjàWü: „‚Cause there’s no difference“

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Würzburg erleben

2. September 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Theatergruppe DéjaWü über homosexuelle Beziehungen

Die Reaktionen auf die Aussage, dass man als Frau Frauen liebt oder als Mann auf Männer steht, sind sehr unterschiedlich. Auch wenn man in Würzburgs Straßen zwei Männer Hand in Hand spazieren sieht, sind die Reaktionen noch vielfältig. Einige reagieren mit Ablehnung und Unverständnis, andere mit Interesse, Offenheit und Neugier. Für viele ist das Bild nichts besonderes, für einige ist das Ganze befremdlich oder unangenehm.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=zy5_N7UDLYE&feature=youtu.be

Liebt man als Homosexueller anders?

Den meisten ist nicht ganz klar, wie die Rollen verteilt sind, wie es so in einer Beziehung abläuft, wie man überhaupt darauf gekommen ist, dass es vielleicht doch kein Mann ist, mit dem man seine Zukunft verbringen möchte, oder keine Frau, die man heiraten will. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied? Liebt man anders? Denkt man anders? Ist die Beziehung „anders“? Ja, es gibt Unterschiede in homosexuellen Beziehungen.

Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede

Es sind nun mal zwei Frauen oder zwei Männer, die da zusammen sind. Und ja, manche Lesben verhalten sich anders als heterosexuelle Frauen und manche Schwule verhalten sich anders als heterosexuelle Männer. Aber wie wäre es denn, wenn wir uns ausnahmsweise mal auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren?

Verliebt sein ist wunderschön – egal in wen man verliebt ist. Das erste Date – aufregend! Die Zeit zusammen – etwas Besonderes. Und natürlich muss man auch mal an einer Beziehung arbeiten oder es gibt mal Streit. Die Liste an Gemeinsamkeiten ist sehr viel länger als die der Unterschiede. Mal davon abgesehen, dass keine – weder homo- noch heterosexuelle – Beziehung mit einer anderen vergleichbar ist, weil immer zwei komplett unterschiedliche Personen in dieser Beziehung ganz verschiedene Rollen spielen.

„’Cause there’s no difference!“ 

Genau diese Gemeinsamkeiten wollten wir, die queer*e Jugendgruppe DéjàWü e.V. aus Würzburg, in unserem Kurzfilm „’Cause there’s no difference!“ hervorheben. Der Film entstand an einem Abend in unserer Gruppenstunden, in der wir uns mit den Jugendlichen mit dem Thema Toleranz auseinander setzten wollten.

Über DéjàWü e.V.

Die Jugendgruppe DéjàWü e.V. (www.dejawue.de) besteht seit über 10 Jahren. Jeden 1. und 3. Freitag im Monat finden Gruppenabende statt, an denen man beispielsweise gemeinsam kocht, bowlen geht, einen Spieleabend veranstaltet oder eben einen kleinen Film dreht. Herzlich eingeladen sind alle jungen Menschen zwischen 16 und 26 – ganz unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer Sexualität.

Wozu man so eine Gruppe heutzutage überhaupt braucht? Zum einen haben leider noch immer sehr viele Eltern ein Problem damit, wenn ihr Kind sich als homo-, bi- oder transsexuell outet. Auch in der Schule oder auf der Arbeit kann man nicht immer mit Akzeptanz rechnen. Zum anderen ist es immer schwer, ein bisschen „anders“, ganz unabhängig davon, wie das Umfeld im Endeffekt reagiert. Die Zeit des inneren sowie des äußeren Coming-Outs ist anstrengend und emotional aufwühlend. Wir wollen als Jugendgruppe einen Raum schaffen, in dem sich keiner mehr anders fühlen muss, weil er anders fühlt. Die Gruppe bietet die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen austauschen zu können und zu sehen, dass es viele Menschen gibt, die ähnlich empfinden und vergleichbare Erfahrungen in ihrem Umfeld machen. Natürlich steht auch der Spaß an den gemeinsamen Unternehmungen nicht an letzter Stelle!

Film bei Wettbewerb eingereicht

Doch auch Öffentlichkeitsarbeit gehört zu unseren Aufgaben, sowie die Förderung von Akzeptanz Menschen gegenüber, die anders empfinden als andere. Außerdem haben wir den Kurzfilm für den Michael-Schmidtpeter-Preis eingereicht. Ein Wettbewerb, der das Schwerpunktthema Zivilcourage hat und Jugendliche ermutigen will, aktiv gegen Diskriminierung und Anfeindungen einzuschreiten. Michael Schmidtpeter war ein intelligenter, ehrgeiziger Jugendlicher, der sich im Juni 2006 bei München im Alter von 17 Jahren das Leben nahm, nachdem er in seinem Coming-out-Prozess als Schwuler keinen Ausweg mehr fand.

 

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