Geigenbau in Würzburg: Markus und seine Werkstatt.

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Würzburg erleben

5. September 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Die Kunst des Geigenbaus

Auf diesen seltenen und außergewöhnlichen Beruf ist Markus Lützel schon als Junge aufmerksam geworden. Damals baute er für seinen Musikbegeisterten Schulfreund immer wieder Instrumente. Heute ist er bereits seit über 30 Jahren Geigenbauer. Selber Geige spielen kann er aber nicht professionell. Er sei nicht der große Musiker, aber es sei trotzdem wichtig, die Instrumente spielen zu können, um sie für jeden Musiker persönlich richtig anzupassen. Wichtig sei die Feinmotorik und das Gehör. „Wir müssen ähnlich gut hören können wie die Musiker“, erklärt uns Markus und macht uns noch neugieriger auf die Kunst des Geigenbauens.

Restaurierung als Hauptarbeit

Markus erklärt uns bei einem Besuch in seiner Werkstatt seine Handarbeit. Ein bisschen schaut es aus wie bei Meister Eder: es ist gemütlich und Markus Arbeitsplatz liegt voller Holz. Für die Anfertigung einer Geige ohne Lack braucht man etwa 4-5 Wochen. Mit Lack würde der Bau sogar 3 Monate dauern, erklärt uns Markus. Die Hauptarbeit von Markus und seinen Mitarbeiterinnen ist die Restaurierung alter Geigen, darauf hat er sich spezialisiert. Den Neubau würde man allerdings in der Ausbildung lernen und eine Mitarbeiterin, ebenfalls eine Geigenbaumeisterin, baue zu Hause auch Geigen. Dort könne sie sich voll und ganz dieser Arbeit widmen. Um das Streichinstrument spielen zu können brauche man zwar einen Bogen, Bogenbauer sei aber ein eigener Beruf und Markus hat noch nie einen Bogen gebaut.

Wieso sind Geigen so teuer?

Geigen können sehr teure Instrumente sein. Der hohe Wert dieses Instruments liegt trotz der aufwendigen Arbeit gar nicht in der investierten Arbeitszeit oder dem verwendetet Material. Der Geigenbaumeister begründet den hohen Preis mancher Geigen dadurch, dass Instrumente gleichzeitig auch Kunstobjekte sind und alte Meistergeigen sehr gesucht seien. Je älter sie werden, umso mehr steigt der Wert. Auch der Name spielt eine Rolle. Eine Stradivari-Geige sei auch genau aus diesem Grund so teuer. „Stradivari war damals sehr reich und bekannt.“ erklärt Markus. Die Bekanntheit führte dazu, dass alle eine Stradivari wollten und diese sind mit der Zeit immer wertvoller geworden.

Guter Espresso als einziger Luxus

Nach dem Gespräch und den Dreharbeiten, bietet uns der Geigenbaumeister noch einen Espresso an. Als wir seine Maschine sehen, können wir nicht nein sagen. Guter Kaffee wäre sein einziger Luxus, den er sich bei der Arbeit gönne, sagt Markus beim Zubereiten des Kaffees.

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