SMAUL: Mit Geklingel gen Mainbrücke

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Würzburg erleben

5. September 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Radfahrer-Misere in 6 Szenen  – Teil 2

SMAUL-Chefredakteur Frank Frei schreibt mit seinem sklavisch ergebenen Team den ersten Fortsetzungsroman für Würzburg erleben. In den nächsten Tagen geht es um die Radfahrer-Misere Würzburgs in 6 Szenen. Hier kommt der zweite Teil:

Es passiert etwas

Das Stimmengewirr auf der alten Mainbrücke klingt wie gehört nach Jahrmarkt der Eitelkeiten. Vielleicht – vor allem in den Ausbuchtungen bei den steinernen Heiligen, wo sich marodierende Erstsemester glucksend am Boden hin und her rollen und dabei versehentlich ihre Unschuld verlieren – auch nach babylonischer Sprachverwirrung.

Aber wo bleibt die Apokalypse? Sie kommt recht bald, aber nicht wie in der Bibel mit dem Bus aus Idaho, sondern per Veloziped direkt vom Dom.

Geklingel

Erst bemerkt keiner das Geklingel des bulligen Fitnessrentners Bert Bömbel, der mit den Hufen scharrt und danach auf dem Domvorplatz mit seinem Sportrad besonders enge Kreise fährt. Die gesamte Domstraße nimmt er als Startrampe und braust immer schneller auf die alte Mainbrücke zu. Dunkelrot wie eine reife Kirsche leuchtet Bertels Birne. Aus tiefem Gram sind ihm die meisten seiner weißen Härli (auch naseweis) ausgefallen.

Ab in den Main

Ungefähr auf Höhe des Vierröhrenbrunnens beginnt er, aus vollem Halse zu plärren „Gehhd da weck! Die Brügge! Die Brügge g’hört Euch ned. Die Rahdfahrer dürffe do genauso nühwer. Ich-foahr-oich- üwern Haufeeeeee . . .“. Der mit mondänem Karacho auf seinem Sportrad auf die Brücke geraste Geriatrist und gelernte Philatelist fliegt plötzlich durch die Luft, leiser wird sein Geschrei, bis er mit einem „Bl-lompf“ oder auch wahlweise einem „Blontsch“ im Main landet. Mit seinem Drahtesel, an dessen Lenker das Würzburger Sturmfähnlein fieselschweif bis zuletzt herausragt, versinkt er in den Fluten. Was war geschehen?

Teil 1 – Akopalüpze alte Mainbrücke

Teil 2 – Es passiert etwas

Teil 3 – Der Terror kam auf leisen Gummisohlen

Teil 4 – Brückenschopper befördern Fahrradfahrer in den Main 

Teil 5 – O.G. Schuchardt dominiert das Game

Teil 6 – Inspiriert von der Realität

SMAUL – Satire für Würzburg

DIE ZIELE: Satire wird oft eine moralische Dimension unterstellt. Bei uns war es von Anfang an eigentlich einfach bodenloser Hass gegen lokale und nationale VIPs oder Entwicklungen in Würzburg und Deutschland. Außerdem konnten wir den Druck in unseren Birnen enorm abbauen, indem wir aktuelle Meldungen aus allen Bereichen in unsere Fantasiewelt kippen ließen.

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