Bahnhofsmission: 100 Hilfsbedürftige täglich

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Würzburg erleben

12. September 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Bezahlbarer Wohnraum in Würzburg Mangelware

Bahnhofsmission, Wärmestube, Schuldner- und Insolvenzberatung: Wo immer sich Menschen in einer Notlage wiederfinden, bieten die Mitarbeiter der Christophorus-Gesellschaft von Caritas und Diakonie ihre Hilfe an. Und diese wird immer mehr nachgefragt, wie der nun vorliegende Jahresbericht für 2013 zeigt. „Unsere Ratsuchenden und Hilfesuchenden haben sich wieder in großer Zahl an uns gewandt“, schreibt Geschäftsführer Günther Purlein im Vorwort zum Jahresbericht und betont: „Nur wer nichts macht, macht einen Fehler.“

600 Hilfesuchende mehr als im Jahr 2013

Bei der Würzburger Bahnhofsmission etwa haben im vergangenen Jahr 39.012 Mal Menschen Hilfe gesucht, das sind fast 600 Kontakte mehr als im Jahr zuvor. Laut Jahresbericht suchen mehr als 100 Menschen täglich die Einrichtung am Hauptbahnhof auf. Menschen mit psychischer Beeinträchtigung – wie Depressionen, Suchtproblemen oder suizidalen Krisen – nahmen 7.507 Mal Kontakt zur Bahnhofsmission auf. 6.739 Mal suchten Menschen mit Migrationshintergrund Hilfe. Zudem wurden 25.750 Mal sogenannte materielle Leistungen – wie Schlafsäcke, Decken und Hygieneartikel, aber auch Lebensmittel – ausgegeben. Der Förderverein Bahnhofsmission unterstützte dieses Engagement unter anderem mit einer Zuwendung von 20.000 Euro für den Nachtdienst.

Viele Wohnungssuchende, Vermieter können auswählen

Wohnen in Würzburg ist eines der großen Probleme. „Für Arme gibt es so gut wie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr“, sagt Werner Schühler, Leiter der Zentralen Beratungsstelle für Wohnungslose. „Auf eine im Internet angebotene Wohnung kommen momentan bis zu 2000 Klicks“, ergänzt Heidrun Volkmann-Hart von der Wohnungsverwaltung der Christophorus-Gesellschaft. Die Vermieter könnten aus einem riesigen Pool potenzieller Mieter auswählen. Die Christophorus-Gesellschaft hat deshalb mittlerweile 42 Wohnungen angemietet, sagt Geschäftsführer Purlein. In diese können Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt keine Chance haben, als Untermieter einziehen.

Armut und Mangel prägen junge Bewohner

Von 355 Menschen, die im Jahr 2013 bei der Zentralen Beratungsstelle für Wohnungslose Hilfe suchten, wurden 30 im Betreuten Wohnen aufgenommen. „Wir haben acht Plätze im Betreuten Wohnen und acht Plätze in der Nachbetreuung. Wir hätten die vierfache Anzahl von Plätzen benötigt, um den Bedarf zu decken“, sagt Schühler. Ein Angebot speziell für Männer ist die Kurzzeit-Übernachtung in der Wallgasse. „Die Bewohnerstruktur unseres Hauses hat sich stark verändert“, sagt Brigitte Abt, Leiterin der Einrichtung. Ein Drittel der Klienten sei jünger als 27 Jahre, viele seien traumatisiert. Armut und Mangel prägen nach den Worten von Mitarbeiter Tobias Schwalbe das Aufwachsen gerade der jüngeren Bewohner. Wer „nur“ auf der Hauptschule war oder gesundheitlich eingeschränkt sei, habe schlechte Karten.

Kein Platz für Strafentlassene

Auch für Strafentlassene sei es problematischer geworden, nach der Entlassung Fuß zu fassen, konstatiert Andrea Dehler von der Zentralen Beratungsstelle für Strafentlassene. 231 Menschen wurden im vergangenen Jahr begleitet und 896 Beratungen durchgeführt. Je höher das Strafmaß, desto schwieriger sei es, sich wieder im Alltag zurechtzufinden: „Manche Gefangene können anfangs nicht mehr alleine einkaufen gehen oder wissen nicht, wie man eine Fahrkarte löst.“

Privatinsolvenz als Ausweg

Ungebrochen groß ist die Nachfrage nach Schuldner- und Insolvenzberatung. So wurden zum Ende des Jahrs 2013 1290 laufende Beratungsfälle gezählt, 543 neue Klienten waren über das Jahr hinzugekommen. Eine Mitarbeiterin berät wöchentlich rund 150 verschuldete Männer und Frauen in der Justizvollzugsanstalt Würzburg. Die häufigsten Gründe für Überschuldung waren Arbeitslosigkeit (22 Prozent), unwirtschaftliche Haushaltsführung (15,13) sowie Trennung, Scheidung oder Tod des Partners (14,73). Rund 170 Klienten wählten die Privatinsolvenz als Ausweg aus den Schulden.

Unser Angebot zur Wohnungssuche

Damit die Wohnungssuche in Würzburg nicht ganz so schwer fällt, wie sie es sowieso schon ist, findet Ihr unter unserer Blog-Rubrik Wohnen und auf unserer Facebook Seite Wohnungssuche Würzburg immer aktuelle, maklerfreie Wohnungsangebote.

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