Auszeichnung für Würzburger Neurobiologin

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Würzburg erleben

18. September 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Wissenschaftspreis für herausragendes Lebenswerk

Die Professorin für Neurobiologie, Charlotte Helfrich-Förster, erforscht die sogenannten Inneren Uhren an der Universität Würzburg. Sie erhält den Preis für ihre herausragenden Arbeiten zur Chronobiologie. Die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille ist der bedeutendste Wissenschaftspreis der Zoologie im deutschsprachigen Raum. Sie ist für herausragende wissenschaftliche Lebenswerke bestimmt, die mehrere biologische Disziplinen integrieren und von breiter Bedeutung sind. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und gestiftet vom Inter-Research-Wissenschaftsverlag wurde am 13. September an Frau Helfrich-Förster verliehen.

Zeitliche Organisation von Lebensvorgängen im Fokus

In ihrem Fachgebiet, der Chronobiologie, geht es um die zeitliche Organisation von Lebensvorgängen. Die Professorin untersucht hauptsächlich bei Tieren und vor allem an der Taufliege (Drosophila melanogaster), wie Innere Uhren auf molekularer und neuronaler Ebene tagesrhythmische Prozesse steuern. Die Erkenntnisse, die sie an der Taufliege gewann, scheinen allgemein für alle Tiere zu gelten. Im Gehirn der Insekten wies die Würzburger Forscherin ein Netzwerk aus einer Vielzahl von Uhrneuronen nach. Diese spezialisierten Nervenzellen erzeugen Oszillationen, die einem 24-Stunden-Rhythmus folgen, mit dem Tag-Nachtrhythmus der Außenwelt abgestimmt werden und so rhythmisches Verhalten steuern.

Bahnbrechende Entdeckung: Uhrneurone mit spezifischer Funktion

„Die bahnbrechende Entdeckung war, dass das neuronale Uhrnetzwerk im Fliegengehirn nicht nur nachgewiesen und neurochemisch charakterisiert wurde, sondern auch in verschiedene Uhrneurone mit spezifischer Funktion zerlegt werden konnte“, heißt es in der Laudatio der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Eine Gruppe von Uhrneuronen steuert zum Beispiel die Aktivitätsphase am Morgen, während eine andere für die Aktivität am Abend zuständig ist. Mehr zu diesem Experiment und den Forschungsergebnissen findet Ihr hier.

Wichtigster Zeitgeber: Die Umwelt

Zusätzlich unterscheiden sich die Morgen- und Abend-Oszillatorzellen in ihrer Reaktion auf Licht, das als wichtigster Zeitgeber der Umwelt die Innere Uhr auf den 24-Stunden-Tag synchronisiert. Dadurch können sich die Schlaf- und Wachrhythmen an die Jahreszeiten anpassen: Im Frühling und im Herbst rücken die Morgen- und Abendaktivitäten der Fliege näher zusammen, während sie im Sommer durch eine lange Siesta getrennt bleiben.

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