Geschichte des Roten Baus in 4 Fotos

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23. September 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Der rote Bau – Historie von Willi Dürrnagel

Der „rote Bau im neuen Dorfe“ wurde von dem Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenklau (1699 bis 1719) für seine Familie erbaut. Er wurde deswegen so genannt, weil er teilweise aus rotem Sandstein erbaut wurde. Zugleich mit dem Bau entstand die Ignatiuskapelle. Architekt war der Stück- und Zeughauptmann Andreas Müller, ein Lehrer Balthasar Neumanns. 1788 erwarb die Familie Greiffenklau den angrenzenden Jesuitengarten.

Wohnungen für Beamte

Die Postbehörde erwarb 1843 das Anwesen, sie ließ 1844 die Kapelle abbrechen und einen Nebenbau für die Brief- und Paketpost herstellen. Das Oberpostamt befand sich im Hauptbau, wo es bis 1856 verblieb. 1856 erfolgte seine Verlegung in den gegenüberliegenden Bahnhof. Der rote Bau wurde in Wohnungen für Beamte umgewandelt.

Gebäude für Armeekorps

Mit dem Verkauf des Bahnhofs an die Stadt ging auch der rote Bau in deren Besitz über. Er wurde dann als Bürogebäude an das Generalkommando vermietet und nach verschiedenen inneren Umbauten, Wohnung für den jeweiligen Korpskommandant. In der Nacht vom 30. auf 31. Dezember 1874 äscherte ein Brand den Bau zum Teil ein. Er wurde vom Militär 1875 käuflich erworben und dann wieder hergestellt. Die anstoßenden Küchen- und Stallgebäude wurden 1875/76 neu errichtet. Auch als Dienstwohnung diente der Bau. Am längsten von allen kommandierenden Generälen des II. Armeekorps, in den Jahren 1875 bis 1890, bewohnte der Großvater des Komponisten Carl Orff, der General der Infanterie Karl von Orff, den „Roten Bau“. Seine Frau war Fanny von Schelling, Enkelin des Philosophen Friedrich Wilhelm von Schelling, der 1803 an die Universität Würzburg berufen wurde. 1806 ging er nach München. Beide, Karl von Orff und seine Frau, wurden auf dem Würzburger Hauptfriedhof bestattet. Leider ist das Grab bereits aufgelöst.

Nach 2. Weltkrieg Gesundheitsamt

Während des 1. Weltkrieges war darin das Sanitätsamt des 2. bayerischen Armeekorps untergebracht. Dann wurde es vom Landesfinanzamt als Diensträume der Oberfinanzkasse, Dienstwohnung für den Präsidenten des Landesfinanzamtes usw. belegt. Dass während der Umsturztage 1919 dort eine Wache der Würzburger Einwohnerwehr eingerichtet war, soll auch erwähnt werden. Nach dem 2. Weltkrieg war das Gesundheitsamt darin untergebracht.

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