Tagung „Leben im Alter“ mit FHWS Referentinnen
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Würzburg erleben
6. Oktober 2014

Symbolbild Würzburg
Älterwerden ist unvermeidbar, wohl aber das Altern
Rund zweihundert Teilnehmer besuchten das Fortbildungsangebot der Oberösterreichischen Zukunftsakademie. Im Rahmen der Tagung „Leben im Alter. Den demografischen Wandel vorausschauend gestalten“ der Oberösterreichischen Zukunftsakademie referierte Professorin Dr. Theresia Wintergerst von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) zum Thema „Kultur des Miteinander“. Rund zweihundert Teilnehmer nahmen an der Fortbildung teil, die die Schwerpunkte „Wohnen“, „Gesundheit“ und „Kultur des Miteinanders“ behandelten und diskutierten.
„Der demografische und soziokulturelle Wandel“, so die Veranstalter, führe zu einer „Neuorientierung in der Gestaltung der `Lebensphase Alter`.“ Sechs Vorträge sowie ein Podiumsgespräch standen auf dem Tagesprogramm: Der Soziologe Professor Dr. Franz Kolland referierte zum Thema „Altersgerechte Lebensräume – Anforderungen und Gestaltungspotenziale“ und plädierte angesichts des Trends zur „Gerontophobie“ dafür, das „Alter in unsere Gesellschaft zurückzuholen“.
Paradebeispiel „AltenServiceZentrum“
Die Diplom-Psycho-Gerontologin Sabine Wenng stellte sich der „Kommunalen Verantwortung als Motor für den Perspektivwechsel in der SeriorInnenarbeit“: Neben einer integrierten Orts- und Entwicklungsplanung, so Wenng, komme der Aktivierung bürgerlichen Engagements und Bürgerbeteiligung hohe Bedeutung zu. Am Beispiel des „AltenServiceZentrum“ in Eching stellte die Diplom-Sozialpädagogin Siglinde Lebich die Umsetzungsmöglichkeiten zur Gestaltung des sozialen Nahraumes für ein „Wohnen (wie) Zuhause“ vor: Dabei gehe es um gesellschaftlich integrierte Wohnmöglichkeiten, um neue Raumlösungen für Pflegebedürfnisse sowie um eine generationenübergreifende alltägliche Bereitstellung von Hilfen.
Professorin Dr. Anita Rieder plädierte mit ihrem Vortrag „Altern als Kompetenzmodell statt Defizitmodell“ für neue Altersbilder, die die Gesellschaft brauche: Im Zentrum aller Strategien zur Förderung und zum Erhalt physischer, psychischer und sozialer Gesundheit müsse die Kompetenzentwicklung der Menschen in jedem Lebensalter stehen.
Kultur des Miteinanders
Professorin Dr. Theresia Wintergerst rief auf zu einer „Kultur des Miteinanders“: Eine alternde Gesellschaft sei gefordert, langfristige und alltagsnahe Unterstützungsleistungen anzubieten, um familiäre Netze zu stützen, zu entlasten, zu ersetzen. Eine gute Kooperation zwischen verschiedenen Akteuren vor Ort sei die Voraussetzung dafür, Versorgungslücken zu identifizieren und diese optimal zu schließen.
„Steckbriefe guter Ideen“ aus Oberösterreich und Bayern veranschaulichten beispielhaft neue Ideen und wegweisende Projekte wie z.B. der Einsatz eines Dorfmobils, ein Erzählcafé, ein Lebens- bzw. Mehrgenerationenhaus, eine Zeitbank 55+ das generationenfreundliche Einkaufen oder der Zahnarzt auf Rädern.

