Aktionstag zur Energieeffizienz

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Würzburg erleben

8. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Energiezukunft braucht Kraft-Wärme-Kopplung

Anlässlich des Aktionstages „Besser, wenn man Reserven hat. Kraft-Wärme-Kopplung fördern und Kapazitätsmarkt für moderne Kraftwerke schaffen“ am 08.10.14, trafen sich Vertreter von ver.di, der Stadt Würzburg, der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) sowie der Stadtwerke Würzburg AG (STW), um sich über die Zukunft der Kraft-Wärme-Kopplung auszutauschen. Ihr gemeinsames Fazit: Durch die Schaffung von Rahmenbedingung für einen wirtschaftlichen Kraftwerksbetrieb, die angemessene Vergütung systemrelevanter Kraftwerke und die Sicherstellung einer lokalen Energieversorgung kann die Kraft-Wärme-Kopplung dazu beitragen, das aus den Fugen geratene energiepolitische Zieldreieck aus Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Eine der effizientesten Technologien

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist eine der effizientesten Technologien zur Energieerzeugung. Durch die gleichzeitige Strom- und Wärmebereitstellung erreichen KWK-Anlagen hohe Wirkungsgrade, schonen Ressourcen und reduzieren die CO2-Emissionen. Der wirtschaftliche Betrieb moderner KWK-Kraftwerke ist unter den Vorzeichen der beschleunigten Energiewende und staatlich subventionierten erneuerbaren Energieträgern aber eine zunehmende Herausforderung. Wegen der bevorzugten Einspeisung von Ökostrom gehen die Auslastung und die Betriebszeiten konventioneller Kraftwerke deutlich zurück. Das wirkt sich negativ auf deren Wirtschaftlichkeit aus – und damit auf die Beiträge zur Versorgungssicherheit. Gleichzeitig steigt durch die Liberalisierung des Strommarkts der Preisdruck auf die Stromerzeuger, die in einem zunehmend von Wettbewerb geprägten Umfeld bestehen müssen.

Wirtschaftlicher Kraftwerksbetrieb muss gewährleistet sein

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, fordern die Initiatoren des Aktionstages mit der Schaffung eines Kapazitätsmarktes ein Energiemarktdesign, bei dem neben der tatsächlichen Strommenge auch die Bereitstellung von gesicherter Leistung aus konventionellen Kraftwerken honoriert wird. Damit wäre die Grundlage gelegt, flexible und umweltfreundliche Kraftwerke künftig wieder wirtschaftlich zu betreiben und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gerade KWK-Anlagen tragen wesentlich zur Erreichung der CO2-Einsparziele bei.

Würzburger Kraftwerk systemrelevant

Diese Forderung ist auch für Würzburg von Bedeutung. Das Würzburger Heizkraftwerk ist ein systemrelevantes Kraftwerk, das maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität in der Region beiträgt und daher nicht ohne Weiteres vom Netz gehen könnte. „Der Betrieb systemrelevanter Kraftwerke und die Bereitstellung von Reservekapazitäten muss unter den aktuellen Bedingungen aber in einem angemessenen Umfang vergütet werden“, betont der Geschäftsführer der WVV, Thomas Schäfer. „Es sind die Stadtwerke und die regionalen Energieversorger, die eine unverzichtbare Rolle im Bereich mittlerer Erzeugungskapazitäten spielen“, so Schäfer. Daher werde es für das Gelingen der Energiewende auch darauf ankommen, dass Regionalversorger und Stadtwerke mit ihren Kraftwerken erfolgreich am Markt bestehen können. Peter Janecek, MdB bei den Grünen, zeigt sich begeistert vom Würzburger HKW als er zu Besuch war.

Regionale Wertschöpfung durch lokale Erzeugung

Eine Kernkompetenz der lokalen und regionalen Energieversorger liegt darin, Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung genau dort zu erzeugen, wo sie gebraucht werden. Mit diesem Engagement sind Stadtwerke und regionale Energieerzeuger ein unverzichtbarer Faktor für eine zuverlässige und umweltverträgliche Energieversorgung vor Ort. Für die Kommunen hat der wirtschaftliche Betrieb von Kraftwerken neben der sicheren Energieversorgung aber auch eine weitere Bedeutung: „Stadtwerke und kommunale Energieerzeuger sind Partner der Stadt für die lokale Wirtschaftsentwicklung sowie der Steigerung der regionalen Wertschöpfung“, beschreibt Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, die Rolle der Stadtwerke und deren Relevanz für die Kommunen. „Regionale Erzeugung von Strom und Wärme bedeutet auch die Sicherung von Arbeitsplätzen – im jeweiligen Unternehmen, aber darüber hinaus auch durch die Auftragsvergabe an das Gewerbe.“

Arbeitsplatzsicherheit durch Kraftwerke

Diese Auffassung teilt auch Gerald Burkard, ver.di-Geschäftsführer des Bezirks Würzburg-Aschaffenburg. „Die Frage der Wirtschaftlichkeit von Kraftwerken ist auch eine Frage der Arbeitsplatzsicherheit in der Region.“ Notwendig ist daher auch für Burkard die Schaffung politischer Rahmenbedingungen für einen Kapazitätsmarkt, der den als Reserve benötigten konventionellen Kraftwerken eine Zukunftsperspektive verschafft.

 

 

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