Ethikprojekt katholischer Hilfswerke für Pflegekräfte
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Würzburg erleben
8. Oktober 2014

Symbolbild Würzburg
Projekt unterstützt Pflegekräfte
Wie reagiere ich, wenn Patienten Nahrung verweigern? Wann sind freiheitseinschränkende Maßnahmen notwendig? Und wie gehe ich mit Patientenverfügungen um? In ihrem Arbeitsalltag sind Mitarbeiter von Pflegeinrichtungen häufig mit komplexen ethischen Fragestellungen konfrontiert. Mit dem Projekt „Einführung von Ethikberatung/Ethischer Fallbesprechung in Einrichtungen der Altenhilfe in der Diözese Würzburg“ unterstützen der Diözesancaritasverband Würzburg und die Katholische Altenheimseelsorge Pflegekräfte dabei, begründete Entscheidungen zu treffen und ihr Bewusstsein für Problemlagen zu schärfen.
Schwierige Situationen meistern
Beim offiziellen Auftakt des Projekts im Kloster Oberzell begrüßten die Projektleiter Wolfgang Zecher, Pastoralreferent in der Regional-Altenheimseelsorge Würzburg, und Paul Greubel, Caritas-Fachberater im Bereich Altenhilfe/Hospiz, die Mitarbeiter der teilnehmenden Einrichtungen. An insgesamt zehn Projekttagen werden diese zu „Ethikbeauftragten“ und „Moderatoren“ ausgebildet. „Die Ethikberatung soll dabei helfen, schwierige Situationen aufzufangen und Orientierung zu geben“, erklärte Zecher. Er betonte, dass sie neben dem Wohl der Pflegebedürftigen auch Angehörige und Pflegekräfte dabei unterstützen solle, Handlungssicherheit zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen zu gewinnen, in denen sie stünden.
Christlich Grundwerte im Blick behalten
Nach den Worten von Weihbischof Ulrich Boom ist es ein sinnvoller und wichtiger Weg, sich ethischen Fragestellungen durch Fallbesprechungen und Beratung zu widmen und dabei die christlichen Grundwerte im Blick zu behalten. „Wir laufen Gefahr, dass in unserer Gesellschaft ein Lebensende, das von Gebrechlichkeit und Demenz geprägt ist, als nicht mehr lebenswert angesehen wird“, sagte der Weihbischof und wünschte dem Projekt einen guten Start. Das christliche Menschenbild sehe auch in einer Demenz keinen würdelosen Zustand, sondern versuche, betroffenen Menschen die Würde bis zuletzt zu gewährleisten.
Fokus auch auf teilstationärer und ambulanter Pflege
Georg Sperrle, Fachbereichsleiter Alter und Gesundheit beim Diözesan-Caritasverband, dankte für die Finanzierung des Projekts durch die Diözese Würzburg sowie den Diözesancaritasverband. Als Besonderheit liege der Fokus nicht wie bei ähnlichen Projekten rein auf der stationären Altenpflege, sondern auch auf der teilstationären und ambulanten Pflege.

