Nebelkammer: Geschenk im Wert von 45.000 Euro
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Würzburg erleben
8. Oktober 2014

Symbolbild Würzburg
Nebelkammer des Info-Zentrums am Kernkraftwerk
Über viele Jahre hinweg hat eine Nebelkammer den Besuchern des Informationszentrums am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld gezeigt, dass in der natürlichen Umgebung jede Menge Radioaktivität vorkommt. Mit dem nahenden Ende des Grafenrheinfelder Kraftwerks hat der Betreiber E.ON das Exponat jetzt dem M!ND-Center der Universität Würzburg geschenkt.
Radioaktive Strahlung sichtbar machen
Radioaktive Strahlung hat keinen guten Ruf. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Menschen sie mit ihren Sinnen nicht wahrnehmen können. Dabei bräuchte es gar nicht viel, um die Strahlen sichtbar zu machen: Ein Alkoholdampf-Luft-Gemisch, etwas Kühlung und das alles dicht eingeschlossen in einer sogenannten Nebelkammer. Schon lässt sich mit bloßem Auge verfolgen, wenn ein elektrisch geladenes α- oder β-Teilchen die Kammer durchquert und dabei eine Art Kondensstreifen erzeugt – was ganz schön häufig passiert.
45.000 Euro wert
Beobachten lässt sich das in der neuen Ausstellung TouchScience im M!ND-Center der Universität Würzburg am Hubland Campus Nord. Dort steht solch eine Nebelkammer – geschenkt von dem Energieanbieter E.ON, genauer gesagt vom Informationszentrum des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld. Jetzt haben die Verantwortlichen, Technical Director Reinhold Scheuring und der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Herbert Liebhaber, das Geschenk im Wert von rund 45.000 Euro bei einem Besuch im M!ND-Center quasi offiziell übergeben.
Das Wissen über naturwissenschaftliche Prozesse fördern
Schülerinnen und Schülern auf spielerisch-intuitive Art und Weise naturwissenschaftliche Zusammenhänge nahebringen: Das ist nach den Worten von Professor Thomas Trefzger, Inhaber des Lehrstuhls für Physik und ihre Didaktik und Leiter des M!ND-Centers, Hauptaufgabe der TouchScience-Ausstellung. An den zahlreichen Stationen können die Besucher unter anderem die Rolle von Teilchenphysikern übernehmen und Atome wie Fußbälle aufeinander schießen, sie sehen Ihr eigenes Herz schlagen, dringen mit Hilfe der Computertomographie tief in das Innere verschiedener Objekte ein, radeln mit Lichtgeschwindigkeit auf dem „Einstein-Rad“ – oder beobachten in der Nebelkammer die natürliche Strahlung der Umwelt.
Für Naturwissenschaft begeistern
Die Begeisterung für und das Wissen über naturwissenschaftliche Vorgänge in der Bevölkerung stärken: Das ist nach Reinhold Scheurings Ansicht „dringend notwendig“. Schließlich erlebe er täglich, wie wenig Wissen bei vielen Menschen vorhanden ist. „Wenn wir mit unserer Schenkung dazu beitragen können, dieses Unwissen ein Stück weit zu verringern, haben wir unser Ziel erreicht“, so Scheuring.
Die Ausstellung TouchScience
TouchScience richtet sich in erster Linie an Schulklassen von weiterführenden Schulen. Geführt von speziell geschulten Studierenden der Uni Würzburg, erhalten die Schüler hier erste Einblicke in grundlegende naturwissenschaftliche Phänomene. Vertiefen können sie ihr Wissen anschließend in weiteren Angeboten des M!ND-Centers, wie etwa den Lehr-Lern-Laboren oder dem Schülerforschungszentrum. Dort können Schüler unter der Betreuung von Lehramtsstudierenden zu den Themen der Ausstellung experimentieren beziehungsweise eigene Forschungsfragen bearbeiten.
Infos und Anmeldung
Darüber hinaus ist die Ausstellung auch der Öffentlichkeit zugänglich: Jeweils mittwochs, samstags und sonntags ist sie in der Zeit von 14 bis 18 Uhr für alle Interessierten geöffnet; Gruppen ab zehn Personen können individuelle Führungen buchen. Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf Euro; Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren zahlen drei Euro. Die Familienkarte gibt es zum Preis ab zehn Euro.
Mehr Informationen dazu und einen Anmeldebogen für Schulklassen gibt es auf der Homepage des M!ND-Centers: www.mind.uni-wuerzburg.de/entdecken

