Kloster Mutterhaus nimmt 100 Flüchtlinge auf

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10. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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100 Flüchtlinge in kommenden Tagen

Die Erlöserschwestern nehmen bei sich im Mutterhaus in der Würzburger Innenstadt in den kommenden Tagen insgesamt 100 Flüchtlinge auf. Die ersten 48 trafen bereits am Montagabend, 13. Oktober, ein. Ein Bus brachte die Frauen, Männer und 21 Kinder nach Würzburg. Alle Helfer und Helferinnen begrüßten die Neuankömmlinge aus dem Irak, Syrien, Kosovo, Ukraine etc. Weil die Zeit drängt, benötigen die Schwestern dringend Hilfe beim Beziehen von Betten, Aufstellen von Möbeln und Zubereiten von Lunchpaketen. Schüler von Einrichtungen der Caritas-Schulen gGmbH haben am Donnerstag, 9. Oktober, bereits tatkräftig mit angepackt.Echte Nachbarschaftshilfe

Aufruf zur Unterstützung

Am späten Mittwochabend, dem 8.10., starteten die Erlöserschwestern einen Aufruf und baten um Unterstützung, am frühen Donnerstagmorgen bezogen bereits fünf Schüler der benachbarten Berufsfachschule für Logopädie Betten für 50 Flüchtlinge, die Ende der Woche in einem ehemaligen Exerzitienhaus untergebracht werden sollen. Echte Nachbarschaftshilfe und ein Zeichen, dass das Netzwerk von Kirche und Caritas funktioniert. Gegen Mittag rückten am Donnerstag die nächsten fleißigen Helfer an: 22 Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik Sankt Hildegard – ebenfalls in Trägerschaft der Caritas-Schulen gGmbH – trugen gemeinsam mit zwei Lehrkräften Stühle aus verschiedenen Bereichen des Klosters herbei und bezogen Betten. Vom Unterricht waren alle in dieser Zeit befreit. „Wir packen gerne mit an“, erklärten die Helfer einstimmig.

Weitere Helfer gesucht

Der Einzug der Flüchtlinge ist die Folge eines Aufrufs, den Bischof Dr. Friedhelm Hofmann Ende August gestartet hatte. In einer Mail hatte er gemeinsam mit dem Diözesancaritasverband kirchliche Einrichtungen gebeten, Wohnraum für Flüchtlinge anzubieten. Daraufhin hatten sich unter anderem mehrere Ordensgemeinschaften gemeldet. Um die Flüchtlinge zu versorgen, benötigen die Schwestern weitere Helfer, denn Lunchpakete müssen gepackt werden. „Auch Hilfe beim Geschirrspülen wäre wichtig für uns“, erklärte Generaloberin Schwester Monika Edinger. Wer die Schwestern unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 0931/39014129 an Schwester Simone Rollmann wenden.

Herzlicher Empfang der Schwestern

Untergebracht sind die Flüchtlinge in einfach ausgestatteten Zimmern mit jeweils zwei Betten, Waschbecken, Schrank, Tisch und zwei Stühlen. An jeder Zimmertür haben die Schwestern ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen“ in englischer Sprache angebracht. Rauchmelder und eine externe Fluchttreppe wurden in dem Gebäudetrakt kurzfristig installiert. „Wir haben außerdem auf jedem Stockwerk einen Gemeinschaftsraum mit Kochgelegenheit und eine Spielecke für die Kinder eingerichtet“, erklärte Generalvikarin Schwester Herigard Schneider. An die Kinder verteilten die Schwestern Stofftiere. „Wir haben in unseren Kindergärten einen Spendenaufruf gestartet und sind sehr dankbar für die Unterstützung.“

Empathie der Helfer

Frühstück und Mittagessen erhalten die Flüchtlinge von der Küche der Erlöserschwestern. „Wir bereiten jeden Tag 360 Mahlzeiten zu, und jetzt sind es halt nochmal zusätzlich rund 50“, sagte Küchenchef Hans-Joachim Heinl. Da seine Küche ohnehin auch die Kindertagesstätten des Ordens mit Essen versorge, sei er auf die speziellen Vorlieben von Kindern eingestellt. Für die Flüchtlinge werde bewusst auf Schweinefleisch verzichtet. „Wenn es Anregungen gibt, sind wir gerne bereit, darauf einzugehen, und kochen zum Beispiel dann Gerichte mit Lammfleisch.“ Für das Abendessen erhalten die Asylbewerber Lunchpakete. Freiwillige helfen beim Packen. „Ich war nach dem Krieg selbst Flüchtling und weiß, was es heißt, fremd und nicht unbedingt willkommen zu sein. Deswegen engagiere ich mich hier gerne“, sagte Grit Lexa (76).

Flüchtlingspolitik: OB Schuchardts Stellungnahme

In einem Interview mit Chris & Leo äußerte sich Christian Schuchardt, Würzburgs Oberbürgermeister, zur kritischen Situation bzgl. der Flüchtlingspolitik.

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