Tonlampen: Lichtquelle und Informationsmedium der Antike
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Würzburg erleben
13. Oktober 2014

Symbolbild Würzburg
Sonderaustellung der Archäologie Studenten
Sie spendeten Licht, sie dienten der Propaganda: Eine neue Ausstellung des Martin-von-Wagner-Museums informiert über Tonlampen aus der Antike. Erarbeitet wurde die Schau von Studierenden der Klassischen Archäologie.
300 Tonlampen aus der Antike
Licht in allen vorstellbaren Abstufungen, verfügbar zu jeder Tages- und Nachtzeit: Für die Menschen von heute ist das selbstverständlich. In der Antike dagegen war das Leben fast ausschließlich auf die Sonnenstunden ausgerichtet. Zur „Verlängerung“ des Tages musste man sich überwiegend mit kleinen Leuchtkörpern aus Ton zufrieden geben, in denen Öl verbrannt wurde. Diese Lampen rußten stark und gaben ihrer Umgebung kein wirklich helles Licht. Die Antikensammlung des Martin-von-Wagner-Museums der Universität Würzburg beherbergt mehr als 300 solche Tonlampen. 40 repräsentative Exemplare gewähren in einer neuen Ausstellung in der Sparkasse Mainfranken Einblick in die antike Lichtwelt. Das Museum präsentiert die Vielfalt der Lampen in diesem Umfang erstmals in der Öffentlichkeit.
Wenn’s um Licht geht…
Die Sonderausstellung „Wenn’s um Licht geht … Tonlampen! Antike Leuchtmittel aus dem Mittelmeerraum“ ist vom 16. Oktober bis 7. November zu sehen. Sie zeigt Tonlampen aus griechischer, römischer, ägyptischer und nordafrikanischer Herstellung. Viele davon haben noch heute Rußspuren an den Dochtlöchern. Verwendet wurden sie als Beleuchtung fürs Abendessen, bei Bestattungen oder im Götterkult. Die Ausstellung thematisiert auch das Produktionsverfahren und dessen technischen Fortschritt. Je nach Produktionsart und -ort weisen die Lampen charakteristische Besonderheiten auf: In Ägypten zum Beispiel waren Leuchten mit fünf bis 20 Dochtlöchern besonders populär.
Politische und religiöse Propaganda
Die Lampen spendeten nicht nur Licht, sie trugen auch Informationen weiter. So geben sie Einblick in die Gedankenwelt der im Altertum lebenden Menschen. Den Besuchern wird das mit figürlich verzierten Exemplaren und römerzeitlichen Bildlampen vor Augen geführt. Als transportfähige Medien mit weiter Verbreitung dienten die Lampen unter anderem der politischen und religiösen Bildpropaganda: Darstellungen von Isis und Serapis zum Beispiel sollten die ägyptischen Götter auch im Römischen Reich bekannt machen. Religiöse Zeichen auf den Lampen, wie das christliche Kreuz oder die jüdische Menora, zeugen vom Aufkommen monotheistischer Religionen. Das Motiv der Siegesgöttin Victoria wiederum verkündete den Erfolg und die Überlegenheit des römischen Kaisers.
Was die Studierenden gelernt haben
Erarbeitet wurde die Ausstellung von Studierenden der Klassischen Archäologie. „Wir haben bei dem Projekt viel praktische Erfahrung im Umgang mit antiken Objekten und deren Erschließung für Wissenschaft und Öffentlichkeit gesammelt“, sagt Dozentin Cathrin Schmitt stellvertretend für das achtköpfige Ausstellungsteam. Es galt Lampen zu bestimmen, Exponate auszuwählen, Texte zu schreiben, das Präsentationskonzept zu erarbeiten und am Aufbau mitzuwirken. Die Grundlagen für die Ausstellung wurden in einem Seminar bei Cathrin Schmitt gelegt. Die Sparkasse Mainfranken hat das Projekt gefördert.
Fakten zur Ausstellung
„Wenn’s um Licht geht … Tonlampen! Antike Leuchtmittel aus dem Mittelmeerraum“, 16. Oktober bis 7. November 2014, Montag bis Freitag 8.30 bis 16:30 Uhr, Donnerstag bis 17:30 Uhr, Sparkasse Mainfranken, Hofstraße 7-9, 97070 Würzburg. Eintritt frei.

