14,55 Mio. Euro für ersten Bauabschnitt der Festungssanierung
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17. Oktober 2014

Symbolbild Würzburg
Weitere Instandsetzungsmaßnahmen: 13,6 Mio. Euro mehr für Festungssanierung
Derzeit wird das Schönborntor der Festung Marienberg saniert. Diese Instandsetzung mit Kosten in Höhe von 970.000 Euro wurde vorgezogen, um den inneren Festungsbereichs für die Durchführung weiterer Sanierungsmaßnahmen zugänglich zu machen. Der Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag hat jetzt den Weg für weitere Maßnahmen des ersten Bauabschnitts frei gemacht und die Zuwendungen des Freistaats auf 14,55 Mio. Euro erhöht.
Der Würzburger Landtagsabgeordnete Oliver Jörg zeigt sich erleichtert über diese Entscheidung: „Der erste Bauabschnitt betrifft den Substanzerhalt der Festung in Dach und Fach und ist Voraussetzung für ihre Generalsanierung und für eine Neuordnung der derzeitigen Nutzungen.“ Die rund 13,6 Mio. Euro fließen in die Instandsetzung der weiteren drei Toranlagen, der Marienkirche sowie in die Sanierung der Abwasser-, Trinkwasser-, Fernwärme- und Elektroleitungsnetze im Außenbereich.
6,6 Mio. Euro für undichtes Abwasser-Kanalnetz
Der größte Teil der Kosten (rund 6,6 Mio. Euro) ist auf die zwingend erforderliche Erneuerung des undichten Abwasser-Kanalnetzes zurückzuführen. So muss unter anderem ein Stauraumkanal zur Drosselung der Wassermenge vor der Steilleitung in Richtung Stadt eingebaut werden. Bei der Marienkirche ist unter anderem eine Erneuerung der Dachdeckung von Kuppel und Chor in Schieferdeckung geplant. Die Holzkonstruktion und Auflager von Kuppel und Chordach sind zu verstärken, die Aufhängungen des daran befestigten Stuckgewölbes zu erneuern. Ebenso sollen der Gewölbestuck, die Bleiglasfenster, Bodenbeläge und Grabplatten restauriert werden. Die Kosten für die Instandsetzung der Marienkirche werden auf rund 2,2 Mio. Euro geschätzt.
Erste Sanierung seit 1948
Die jetzt vom Haushaltsausschuss genehmigten Baumaßnahmen sind Teil des Kulturkonzepts der Bayerischen Staatsregierung. Eine Generalsanierung der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Festung wurde seit ihrem Wiederaufbau 1948 nicht mehr durchgeführt. Die im Gesetzesentwurf der Staatsregierung für den DHH 15/16 vorgesehenen Ansätze stehen noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Bayerischen Landtages zum Doppelhaushalt.
„Große Lösung“ des Finanzministers weiterhin unbekannt
Auch die Würzburger SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und Georg Rosenthal begrüßen das Vorantreiben der Festungssanierung. Haushaltsausschussmitglied und SPD-Finanzexperte Volkmar Halbleib betont indessen, dass auch weiterhin kein Gesamtkonzept für die versprochenen 100 Millionen Euro von Finanzminister Markus Söder vorgelegt wurde. „Nur Stück für Stück erfährt man, was mit den 100 Millionen Euro für die Festung passieren soll. Die ‚große Lösung‘, von der Finanzminister Söder spricht, bleibt damit nur die große Unbekannte.“
MdL Georg Rosenthal ergänzt: „Auch über die zukünftige Museumskonzeption herrscht noch Unklarheit. Eine Neuordnung der Festungsnutzung macht wegen der hochkomplexen Vertragsstrukturen der beteiligten Partner eine sorgfältige Voruntersuchung erforderlich. Auch über einen möglichen neuen Standort des Staatsarchivs muss vor der Sanierung beraten werden.“ Deswegen forderte Georg Rosenthal das Finanzministerium in einem Antrag auf, über die Neuordnung des Mainfränkischen Museums und des Fürstenbau-Museums im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst zu berichten.

