Forderung nach Studiengebühren: Sprecher- und Sprecherinnenrat entsetzt

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17. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Studiengebühren als „sozial-selektive Campusmaut“

Mit Entsetzen nahm der Sprecher- und Sprecherinnenrat der Universität Würzburg, laut eigenen Angaben, die Forderung nach einer Wiedereinführung der Studiengebühren durch den Präsidenten der Hochschulrektor*innenenkonferenz, Prof. Hippler, zur Kenntnis. Damit untergrabe er nicht nur die Entscheidungen jeder einzelnen Regierung der Bundesländer, sondern speziell auch die Forderung der bayerischen Bürgerinnen und Bürger nach einem gebührenfreien Studium.

Im Jahr 2013 wurden in Bayern als vorletztem Bundesland die Studiengebühren nach einem Volksbegehren abgeschafft. Auch in Niedersachsen, dem letzten verbleibenden Bundesland, das Studiengebühren verlangte, werde, laut dem SSR, diese „sozial-selektive Campusmaut“ seit diesem Wintersemester nicht mehr erhoben. Damit würden alle Bundesländer klarmachen: Bildung ist keine Ware, sondern Grundrecht eines jeden Menschen.

Deutschland investiere zu wenig in die Bildung

Der Forderung nach nachgelagerten Studiengebühren erteilt Agnes Lasser, Vorsitzende des Sprecher- und Sprecherinnenrats der Universität Würzburg, eine klare Absage: „Nachgelagerte Studiengebühren lösen das Kernproblem einer ungenügenden Ausfinanzierung der Bildungseinrichtungen nicht.“ Sie ergänzt: „Der Prozentsatz an Steuergeldern, die dem Bildungssektor zufließen, muss signifikant erhöht werden. Mit einer Investition von 4,98% des Bruttoinlandsprodukts in die Bildung lag Deutschland 2011 noch unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.“

Es sei Aufgabe der gesamten Gesellschaft die Möglichkeit zur Bildung zu gewähren und damit Aufgabe des Staates. Die Unterfinanzierung der Bildungseinrichtungen auszugleichen darf daher nicht den Menschen aufgebürdet werden, die sich bilden wollen, erklärt die Vorsitzende weiterhin.

Forderung: „Vollkommene Ausfinanzierung von Bildungseinrichtungen durch den Staat“

„Eine Abschaffung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern wäre der erste Schritt in Richtung einer gerechteren Bildung in Deutschland“, so Agnes Lasser weiter. „Nicht nur bei Finanzierungsfragen, sondern bei allen Bildungsfragen muss ein Dialog aller Akteure und Akteurinnen stattfinden.“

Der Sprecher- und Sprecherinnenrat der Universität Würzburg fordert daher die vollkommene Ausfinanzierung von Bildungseinrichtungen durch den Staat, sowie endlich alle existierenden Hürden in unserem Bildungssystem zu beseitigen.

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