Erfolgsrezept von J.B.O: Keinen Sex voneinander wollen

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Würzburg erleben

20. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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 25 Jahre „Blödsinn“ und neue Tournee

Die Erlanger Spaß-Rocker von J.B.O. haben in diesem Jahr viel Grund zu feiern: Seit 25 Jahren gibt es die Band, deren Markenzeichen quietschrosarote Bühnenkostüme sind. Kürzlich veröffentlichten sie ihre zehntes Studioalbum „Nur die Besten werden alt“ und kommen im Herbst im Rahmen ihrer Tournee am Freitag, 21. November,  auch wieder in die Würzburger Posthalle. Im Interview resümiert Sänger und Gitarrist Vito C. das vergangene Vierteljahrhundert.

Interview mit Vito

Ihr hattet in eueren Anfangstagen enge Kontakte zur fränkischen Coverband-Szene. Kaum eine Band, die nachspielt, hat es 25 Jahre lang ausgehalten. Wieso klappte das bei euch ausgerechnet mit dem Projekt J.B.O.?

Vito: Wahrscheinlich liegt das daran, dass wir das, was wir machen wirklich wollen und auch wissen, was wir daran haben und uns dies auch immer wieder klar machen. Wenn man auch mal in Auseinandersetzungen mit diesem Grundwissen herein geht, weiß man zumindest, man zieht an einem Strang. Außerdem ist es auch einfacher, beieinander zu bleiben, wenn niemand Sex von dem andren will. Das unterscheidet eine Band von einer Ehe.

Ist es anstrengender, Blödsinn zu machen, anstatt ernstere Musik zu spielen?

Vito: Es liegt uns mehr. Und deswegen ist es nicht anstrengend, weil dies einfach so aus uns heraus kommt. Ich finde dagegen dieses ungebrochen Ernsthafte, was manche Gruppen glauben an den Tag legen zu müssen, eher peinlich. Daher ist es uns wichtig, dass unser Humor auch manchmal doppelbödig und zweideutig ist. Damit können wir besser umgehen.

Woher bezieht Ihr Euere Inspirationen?

Vito: Die meisten Ideen hat unser Hannes. Wie das bei ihm neurologisch funktioniert, ist mir ein Rätsel. Ideen kommen mit einem „Pling“, und dann geht die eigentliche Arbeit los, nämlich das Ausarbeiten in einem Text und das Einbetten in ein musikalisches Stück. Das ist also ein Handwerk, das wir schon eine ganze zeitlang machen, und das kriegen wir an sich auch ganz gut hin. Keith Richards hat mal gesagt, die Ideen sind irgendwo schon alle da im Raum. Man muss sie nur lernen zu greifen.

Mit zunehmenden Alter lacht man doch über andere Dinge. Wie hat sich Euere Musik in den vergangenen 25 Jahren verändert?

Vito: Selbstverständlich hat sich unser Humor irgendwo modifiziert. Vielleicht lacht man auch über die selben Dinge wie früher, nur auf andere Weise. Ein Lied wie die „Symphonie der Verstopfung“ würden wir heute vielleicht nicht mehr machen. Lustig finden wir es aber immer noch. Nur weil man älter wird, bedeutet das noch lange nicht, dass man keine pubertären Späße mehr machen darf. Irgendwo einen Penis hinmalen, das ist immer noch witzig.

Welches Erlebnis aus den vergangenen 25 Jahren würden Sie als erstes Ihrem Enkel erzählen, wenn er nach einem Höhepunkt fragt?

Vito: Das „Allergeilste“ gibt’s nicht. Das geilste ist, dass unser Ding nun schon seit 25 Jahren läuft. Aber den großen Augenblick, den faustischen Moment, den kann man nicht bestimmen.

Woher glauben Sie, beziehen Sie auch in Metal-Kreisen immer noch eine gewisse Akzeptanz und Glaubwürdigkeit?

Vito: Sagen wir so: Es gab und gibt einen Kreis von Metal-Fundamentalisten, die lehnen J.B.O. total ab. Auch in der Kritikerlandschaft wurden wir schon immer sehr argwöhnisch betrachtet. Allerdings gab es immer auch sehr viele Menschen aus diesen Metal-Kreisen, die uns gut fanden.

Gibt es Lieder oder Themen, die Ihr niemals durch den Kakao ziehen würdet?

Vito: Nein, wir legen uns an sich keine Tabus auf. Es gibt sicherlich Dinge, die sind einfach nicht lustig, und die sollte man dann auch nicht plötzlich mit Spaß angehen. Über Nazis aber beispielsweise haben wir schon immer gerne unsere Gags gemacht. Dann aber nicht über die NS-Herrschaft, sondern über die Leute, die diesen Idealen auch heute noch nachrennen.

Welche Pläne hegt Ihr für die kommenden 25 Jahre?

Vito: Ich kann nicht in die Zukunft schauen. Nächstes Jahr zelebrieren wir erst mal 20 Jahre „Explizite Lyrik“, unser erstes Album. Den Geburtstag werden wir ausgiebig feiern. Aber wir lassen einfach mal alles auf uns einstürzen.

Was fällt euch spontan zu Würzburg als Stadt ein?

Vito: Wir haben zu allen Zeiten immer wieder dort gespielt. Und zwar bereits mit unseren Coverbands des öfteren im einstigen Rockpalast, später dort auch mit J.B.O, waren Mitte der 1990er-Jahre auch auf der Festung Marienberg. Würzburg ist eine schöne, unaufgeregte Stadt, und es macht immer wieder Laune dort zu spielen. Die Posthalle ist im Übrigen eine super tolle Location.

Obwohl ihr ja bekennende Bier-Fans seid und Würzburg eigentlich eher für den Wein bekannt ist?

Vito: Es gibt auch in Würzburg gutes Bier. Im Übrigen ist es ja überall in Franken schön. Wir unterscheiden da nicht zwischen Ober-, Mittel- und Unterfranken, sondern sehen uns als fränkische Kosmopoliten. Und den Wein trink ich auch gerne!

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