FHWS belohnt ehrenamtliches Engagement

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20. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Ehrenamtliche Einsätze als Bereicherung

Engagement ist keinesfalls nur etwas für idealistische Altruisten: „Mir macht es einfach Spaß, mich für andere einzusetzen“, sagt Design-Student Simon: „Das erlebe ich als Bereicherung.“ Seit Jahren engagiert sich der 20-Jährige in seiner Pfarrei für die Jugendarbeit. Dafür wird er in diesem Semester die „Credit Points“ genannten Leistungspunkte für sein Studium erhalten.

Credit Points für ehrenamtliche Tätigkeit

Simon schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Er führt fort, was er ohnehin schon seit Jahren regelmäßig tut, und kommt so ohne weiteren Aufwand zu zusätzlichen Leistungspunkten. Seit genau einem Jahr belohnt die Würzburger Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) den ehrenamtlichen Einsatz ihrer Studierenden. Dabei ist es egal, was die Studierenden neben dem Studium tun – ob sie im Altenheim vorlesen, sich bei der Kindertafel engagieren oder die Jugendabteilung ihres Tennisclubs leiten.

Gutherzigkeit, Geduld und Zeit

Für manches Ehrenamt braucht es Gutherzigkeit, Geduld und vor allem Zeit: Etwa für die Arbeit mit Menschen, die aufgrund schwieriger Schicksalswege wohnungslos wurden. Um diese Menschen kümmert sich in Würzburg die ökumenische Christophorus-Gesellschaft. Deren Geschäftsführer, Günther Purlein, nebenberuflich Dozent an der FHWS, kam zusammen mit dem Team der Hochschule auf die Idee, das ehrenamtliche Engagement von Studierenden anzuerkennen.

Wahlpflichtfach „Engagementförderung“

Dahinter steckt der Gedanke, dass das Ehrenamt ein Grundpfeiler für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist. Zwar fragen Menschen, die Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen, nicht gleich: „Was habe ich davon?“ Auch Simon würde sein Ehrenamt nicht aufgeben, wenn er dafür keine Punkte erhielte; andererseits wird der freiwillige Einsatz auch offiziell anerkannt und schafft Motivation. So können seit dem vergangenen Wintersemester pro Halbjahr 15 Studierende aller Fächer das Wahlpflichtfach „Engagementförderung“ belegen.

Unterstützung während des Einsatzsemesters

„Studierende, die den Kurs ‚Engagementförderung’ belegen, werden während des Einsatzsemesters begleitet“, erläutert Purlein. Bei allen Fragen, die auftauchen, können sie sich an den Ehrenamtsspezialisten wenden. Viele Studierende benötigen kein Coaching, da sie sich bereits seit Jahren engagieren. Es gibt jedoch auch immer wieder junge Akademiker, die noch keine Erfahrungen mit freiwilligem Einsatz haben: Sie nehmen die Unterstützung gern in Anspruch.

Viele führen ihren Einsatz fort

Die Eindrücke, die Studierende erlebten, während sie sich in der Nachbarschaftshilfe ihrer Gemeinde, bei einem Sportverein oder in der Bahnhofsmission der Christophorus-Gesellschaft engagierten, halten sie in Form von Präsentationen fest. Diese werden zum Semesterende bewertet. Das Engagement ist mit dieser anschließenden Darstellung allerdings in vielen Fällen nicht beendet: Die meisten Studierenden führen ihren Einsatz fort, auch wenn der Kurs „Engagementförderung“ nur ein Semester lang belegt werden kann: Wie Simon erleben sie es als sinnvoll und bereichernd, neben dem Studium in einem ganz anderen Lebensbereich tätig zu werden. Parallel erwerben die Studierenden entscheidende Schlüsselqualifikationen wie soziales Verhalten und Handeln, die sie in ihrer späteren beruflichen Zukunft umsetzen können.

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