Forschung zu IT-Diensten aus der Cloud

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Würzburg erleben

21. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Internet muss angepasst werden

Damit Cloud-Dienste schnell und energiesparend arbeiten, muss das Internet angepasst werden. In einem Forschungsprojekt, an dem auch Würzburger Informatiker beteiligt sind, arbeiten Wissenschaftler und internationale Unternehmen an den Lösungen. Die EU fördert das Projekt mit drei Millionen Euro.

Cloud-Daten überall abrufbar

Der Begriff „Cloud“ ist derzeit in aller Munde. Jedes Smartphone benutzt die Cloud. Jedes Tablet und jeder Internet-fähige Fernseher greifen darauf zurück. In gleicher Weise werden beim Arbeiten im Büro der Zukunft nur noch Online-Programme aus der Cloud aufgerufen, die auf jedem Internet-fähigen Laptop weltweit nutzbar sind. E-Mails, Kontakte, Termine, Texte, Dokumente, Bilder und Videos sind aus der Cloud überall abrufbar und können im Internet bearbeitet werden. Jeder Benutzer kann auf jedem Endgerät auf sie zugreifen. Das lästige Kopieren entfällt und die Daten sind in Sekundenschnelle verfügbar.

Internet bisher nicht sicher und effizient genug

Soweit die Theorie! In der Praxis bremst jedoch die derzeitige Internet-Infrastruktur die Entwicklung von Cloud-Diensten. Heutige Netzwerktechnologien unterstützen die Anforderungen dieser Dienste nicht ausreichend; das bestehende Internet ist dafür nicht sicher, kostengünstig, effizient und energiesparend genug.

Forschungsprojekt INPUT

An diesem Punkt setzt das EU-Projekt INPUT an. Es hat zum Ziel, eine dynamische Internet-Infrastruktur zu entwerfen, die speziell auf die Anforderungen von Cloud-Diensten zugeschnitten ist, um damit Energie zu sparen und Ressourcen effizienter zu nutzen. Daran beteiligt sind Wissenschaftler und Entwickler aus drei Universitäten – die Universität Würzburg ist mit Professor Phuoc Tran-Gia, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik 3 (Kommunikationsnetze), und seinem Mitarbeiter Florian Wamser vertreten.

Kooperation zwischen Wissenschaft & Wirtschaft

Mit im Boot sind auch sechs internationale Firmen aus dem Bereich Telekommunikation, darunter Telecom Italia und Ericsson. Telecom Italia ist ein Internet-Dienstanbieter mit über 117 Millionen Kunden weltweit. Ericsson stellt Geräte für die Internet-Infrastruktur in über 180 Länder her. Die enge Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft soll dabei helfen, theoretische Konzepte und Ideen schnell in die Praxis umzusetzen. Der Fokus liegt hier sowohl auf der Realisierbarkeit als auch bei dem zu erwartenden Nutzen für den Endverbraucher.

Software soll Geräte ersetzen

Um Cloud-Dienste besser im Internet zu unterstützen, versuchen die Partner des Projekts das Internet in der Nähe des Benutzers „programmierbar“ zu machen. „Derzeit besteht das Internet aus festen Geräten mit fixen Einstellungen, wie dem DSL-Modem bei uns zu Hause oder den Internetknoten im Netz der Telekommunikationsanbieter“, sagt Phuoc Tran-Gia. Diese Geräte seien meist starr konfiguriert und ließen sich bei Bedarf nicht einfach verändern. Die Forschung im Projekt INPUT ziele deshalb darauf ab, diese Geräte und den Datenverkehr programmierbar zu machen. „Wir wollen spezielle Funktionen einiger dieser Geräte in Form von Software realisieren und statt Geräten einfache Programme nutzen“, so Florian Wamser. Der Vorteil dabei: „Software ist wesentlich leichter austauschbar, anpassbar, erweiterbar und konfigurierbar“.

Cloud-Dienste der Zukunft

Personalisierte Cloud-Dienste, Internet-Ressourcenzuteilung je nach Bedarf, dynamische Netzwerkeinstellungen, Energieeinsparungen: All das wollen die Beteiligten in dem Forschungsprojekt verwirklichen. „Damit kann sowohl dem Benutzer der Cloud-Dienste als auch dem Internetdienstanbieter geholfen werden“, sagt Phuoc Tran-Gia. Der Cloud-Benutzer erhalte neue Dienste, sei nicht mehr auf teure, spezialisierte PC-Hardware angewiesen und könne besser über seine Daten verfügen. Und der Dienstanbieter könne kostengünstiger und effizienter die Cloud-Dienste bereitstellen – beispielsweise Multiplayer-Videospiele, die derzeit einen teuren Computer oder eine Konsole benötigen. In Zukunft könnte die Cloud solche Spiele für viele unterschiedliche Endgeräte liefern.

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