Oberstaatsanwalt fordert zwölf Jahre Haft für Autobahnschützen
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Würzburg erleben
21. Oktober 2014

Symbolbild Würzburg
Mehrfach versuchter Mord
WÜRZBURG. Ganze 762-mal soll Michael K. auf Autobahnen auf andere Fahrzeuge geschossen und dabei in fünf Fällen, Menschen direkt in Lebensgefahr gebracht haben. Und dass, innerhalb eines Zeitraums von knapp vier Jahren. Am Donnerstag nächster Woche wird nun das Urteil erwartet.
Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft
Im Prozess gegen den Autobahnschützen aus der Eifel, hat die Staatsanwaltschaft am Montag zwölf Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Der Fernfahrer muss sich wegen mehrfachen versuchten Mordes seit August vor dem Landgericht Würzburg verantworten.
Jahrelang hat der 58-Jährige von seiner Fahrerkabine aus auf andere Lastwagen geschossen. Als Motiv gab er unter anderem Frust im Straßenverkehr an. Angeklagt sind die 172 eindeutigsten Fälle, fünf Anklagepunkte lauten dabei auf versuchten Mord.
Urteil am 30.Oktober erwartet
Am 30. Oktober wird nun das Urteil für den Mann erwartet, der noch immer beteuert er habe niemanden mit seinen Taten verletzen wollen. Seine Verteidiger sind der Auffassung, ihr Mandant müsse von der Anklage des versuchten Mordes freigesprochen werden. Denn für das umfassende Sammeln von Autokennzeichen durch das Bundeskriminalamt, das zur Ergreifung von K. geführt hatte, gebe es keine Rechtsgrundlage. Aus diesem Grund sei die Verwertung aller darauf aufbauenden Beweise verboten. Sie fordern eine Haftstrafe von nur sechs Jahren für fahrlässige Körperverletzung, vielfache Sachbeschädigung und Verstöße gegen das Waffengesetz für ausreichend halten.
Aufwendigste Fahndung in Deutschland
Kripobeamte aus fünf Bundesländern hatten über Jahre gesucht den Schützen, der vor allem Autotransporter ins Visier nahm, gesucht. Schließlich koordinierte das BKA die Fahndung mit einer der aufwendigsten Suchmaßnahmen der deutschen Kriminalgeschichte.
Entlang der Strecken, die der Schütze nutzte, wurden mittels Lesegeräten, Millionen Kennzeichen erfasst und jeweils mit Fahrzeiten und Strecken der beschossenen Fahrzeuge verglichen. Die Kennzeichenerfassung des Bundeskriminalamts führte schließlich 2013 zu dem 58-jährigen Mann, der selbst als Lkw-Fahrer tätig war.

