DIHK-Ehrenpräsident Ludwig Georg Braun in Würzburg

Anzeige

Würzburg erleben

27. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Mehr Begeisterung für Europa angemahnt

Anlässlich eines Empfanges zum 75. Geburtstag von IHK-Ehrenpräsident Baldwin Knauf sprach Professor Dr. Ludwig Georg Braun, Ehrenpräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), bei der IHK Würzburg-Schweinfurt über Voraussetzungen für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas. Seine wichtigste Botschaft: Wir müssen den europäischen Gedanken stärker leben.

Weiterentwicklung zur Wettbewerbsfähigkeit

Permanente Weiterentwicklung, ob in einem Unternehmen, in einer Region oder auf Landes- und Bundesebene, sei wichtig, um Wettbewerbsfähigkeit zu
erhalten und auszubauen. Aber Braun wollte keine Ratschläge zu Änderungen in der Steuerpolitik, der Innovationsförderung oder dem Bürokratieabbau geben, auch wenn diese von großer Bedeutung seien. Ihm ging es darum, einige grundlegende Parameter für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft und der Unternehmen in Deutschland und Europa zu skizzieren.

Familie und Beruf müssen unter einen Hut

Für Braun ist die Grundvoraussetzung, um Deutschlands wirtschaftliche Stärke zu bewahren, eine friedliche und prosperierende Gesellschaft und eine „angemessene Teilhabe der Bevölkerung an den Vorteilen der Wachstumsökonomie“.

Um diese zu erhalten, legte der ehemalige DIHK-Präsident besonderen Wert auf vier zentrale Forderungen: Zunächst müsse es Erleichterungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf geben. Zweitens hob er die große Bedeutung des Themas Bildung – insbesondere der frühkindlichen Bildung und Sprachentwicklung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn und Ausbildungsfähigkeit – hervor. Braun forderte einen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik: „Die Ausbildung sollte sich hin zu einer Studien- und Berufsbefähigung nicht mehr nur in Deutschland, sondern in Europa entwickeln. Das betrifft die europäischen Studiengänge einerseits und die Anerkennung von Qualifikationen im nichtuniversitären Bereich andererseits.“ So könnten zukünftige Generationen in einem weiter zusammenwachsenden Europa ihre Lebensperspektiven leichter finden.

Neues Europaverständnis in Deutschland

An  Politik und Unternehmen gerichtet mahnte er drittens, eine bessere Beteiligung der Bürger bei Großprojekten zu gewährleisten, um der Entfremdung der Bürger von der sozialen Marktwirtschaft entgegenzuwirken. Und schließlich hielt er ein Plädoyer für neue Impulse für die europäische Idee: „Wir brauchen ein neues Europaverständnis.“, so Braun. Deutschland habe in einzigartiger Weise von der europäischen Integration profitiert, wie man an den Exportzahlen sehe. Er warnte vor einem weiteren Anwachsen von Nationalismen und Regionalismen in Europa und forderte: „Europa muss zum Hauptanliegen eines jeden Landes werden, das sich der Europäischen Union angeschlossen hat. Zu Europa haben wir keine Alternative.“

 

Banner2
Topmobile2