Kinderlähmung könnte bis 2018 besiegt sein
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Würzburg erleben
28. Oktober 2014

Symbolbild Würzburg
Rotary Club Würzburg: Kinderlähmung fast besiegt
Seit 1979 engagiert sich Rotary International im Kampf gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz Polio). Und das mit großem Erfolg: Anlässlich des Weltpoliotages am 28.10.14 verkündet der Rotary Club Würzburg als Teil der starken internationalen Allianz nun stolz, dass die Krankheit bis 2018 weltweit besiegt sein könnte.
Kampf gegen Polio als Priorität
Noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts wütete Polio in allen Teilen der Welt. Heute ist die Krankheit weitgehend verschwunden. Nachdem seit Mitte des vorigen Jahrhunderts die Krankheit in den reichen Industrienationen durch flächendeckende Impfungen besiegt werden konnte, erinnerte der älteste Serviceclub der Welt die Öffentlichkeit Anfang der 1980er Jahre daran, dass der größte Teil der Menschheit nach wie vor unter dieser Geißel leide, obwohl ein preiswerter Impfstoff zur Verfügung steht. Auf den Philippinen gelang Rotary der Nachweis, dass auch in der sogenannten Dritten Welt konsequent durchgeführte Schluckimpfungen nachhaltigen Erfolg bringen. Damit war das Thema Polio wieder auf der Tagesordnung – und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte den Kampf dagegen zur Priorität.
Nur noch in Afghanistan, Pakistan & Nigeria
Seit 1988, als sich WHO, Rotary, UNICEF und die US-Gesundheitsbehörde CDC zu einer schlagkräftigen Anti-Polio-Allianz zusammenschlossen, gelang es, die Zahl der jährlichen Infektionen von 350.000 in 125 Ländern auf 416 Infektionen im vergangenen Jahr zu senken, ein Rückgang von 99,8 Prozent. Nur noch drei Länder gelten heute als Polio-endemisch: Afghanistan und Pakistan sowie Nigeria. Bis 2018 soll nun auch in diesen Ländern die Übertragungskette unterbrochen werden, sodass dann die Welt insgesamt „Polio-frei“ wäre. Solange dies nicht erreicht ist, wird es immer wieder zu regionalen Polio-Ausbrüchen kommen, wie zuletzt am Horn von Afrika und in Syrien.
Spenden für letzte Etappe nötig
Dipl. Ing. Agr. Horst Kolesch, Präsident des Rotary Club Würzburg: „Der Kampf gegen Polio zeigt, dass das Zusammenspiel von moderner Medizin, politischem Willen und humanitärem Engagement Infektionskrankheiten besiegen kann. Für die letzte Etappe benötigen wir allerdings noch viele Spenden, denn es wird immer schwieriger, die letzten ungeimpften Kinder aufzuspüren.“ Nicht zufällig liegen die verbliebenen Polio-Nester in Ländern, die unter politischen Turbulenzen und einer schwachen medizinischen Infrastruktur leiden. Kolesch: „Erfolg wird sich nur einstellen, wenn es gelingt, alle Kinder auch in Flüchtlingscamps, Nomadenlagern und unter ähnlich schwierigen Bedingungen zu impfen. Der logistische Aufwand und die Kosten dafür sind enorm.“
Neun Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen Polio
Rotarier haben über Jahre nahezu 1,2 Milliarden US-Dollar an Spenden für den Kampf gegen Polio aufgebracht, dazu unzählige Arbeitseinsätze als ehrenamtliche Impfhelfer. Als dritte Aufgabe haben sie die Regierungen in den wohlhabenden Ländern wie in den betroffenen Entwicklungsländern immer wieder gemahnt, ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern dieser Welt gerecht zu werden. Nur so war es möglich, die Gesamtkosten der Kampagne von neun Milliarden US-Dollar aufzubringen. „Wenn es gelingt, den Zeitplan 2018 einzuhalten, ist das Geld gut investiert – und eine heimtückische Infektionskrankheit für immer verschwunden“, so Horst Kolesch abschließend.

