Unternehmen sehnen sich nach Azubis

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Würzburg erleben

30. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Immer weniger junge Bewerber

Immer weniger junge Menschen bewerben sich um offene Ausbildungsplätze in mainfränkischen Unternehmen. Ob Großbetrieb oder Kleinunternehmen, den Ergebnissen einer aktuellen Ausbildungsumfrage der IHK Würzburg-Schweinfurt zur Folge, ist die gesamte mainfränkische Wirtschaft betroffen. Die Arbeitsagentur Würzburg registrierte in ihrem letzten Arbeitsmarktreport zum Ausbildungsstellenmarkt im August einen Rückgang der gemeldeten Bewerber um 2,8 Prozent. Dem steht ein Zuwachs von 4,4 Prozent bei den gemeldeten Ausbildungsstellen gegenüber. Das heißt 882 gemeldete Stellen blieben unbesetzt.

Rückgang von 3,3 Prozent

Die IHK konnte bis Ende Oktober 3.867 neue Ausbildungsverträge registrieren. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr waren es noch 4.000. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent. Nach Einschätzung der IHK bleiben darüber hinaus weitere Ausbildungsmöglichkeiten in den mainfränkischen Betrieben ungenutzt, weil geeignete Bewerber fehlen.

Nur 88% der Ausbildungsplätze besetzt

Diese Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen schlagen sich auch in den Ergebnissen der aktuellen IHK-Ausbildungsumfrage nieder, an der sich rund jeder Fünfte mainfränkische Ausbildungsbetrieb aus Industrie-, Handel- und Dienstleistungsgewerbe beteiligt hat: Nur 88 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze konnten dieses Jahr besetzt werden.

Rückzieher oder kein geeigneter Bewerber als Ursache

Das liegt zum einen daran, dass viele Bewerber kurz vor Ausbildungsbeginn einen Rückzieher machten – dadurch wurden drei Prozent der Verträge bereits vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn schon wieder aufgelöst. Bei den restlichen neun Prozent konnte in den meisten Fällen kein passender Bewerber gefunden werden oder der Bewerber war nicht zum Vorstellungsgespräch erschienen.

Wettbewerb um Lehrlinge

„Die Unternehmen müssen immer mehr Zeit und Geld in die Bewerbersuche investieren. In manchen Branchen entwickelt sich ein regelrechter Wettbewerb um die besten Lehrlinge.“, so Max-Martin W. Deinhard, IHK-Bereichsleiter Berufsausbildung. Gleichzeitig rät er auch Jugendlichen mit Abitur, diesen Trend für sich zu nutzen: „Selten waren die Chancen so gut, nach einer dualen Ausbildung einen vielversprechenden Arbeitsplatz zu bekommen.“ Ein abgeschlossenes Studium bedeute nicht automatisch einen sicheren Arbeitsplatz und ein gutes Gehalt. Immer mehr Betrieben sei eine Ausbildung mit hohem praktischen Anteil wichtiger.

Angebot reduzieren?

Vor allem kleinere Unternehmen trifft die aktuelle Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt hart. Für 2015 wollen nur noch 60 Prozent ihr Ausbildungsplatzangebot erhöhen oder beibehalten. Im Vorjahr waren es noch 80 Prozent. Zehn Prozent wollen ihr Angebot reduzieren, 30 Prozent sind noch unentschlossen.

Neue Zielgruppen erschließen?

Der Bewerbermangel trifft insbesondere Berufe im Gastgewerbe und im Produktionsbereich. Einige Unternehmen wollen neue Zielgruppen erschließen. So legen viele Personalverantwortliche inzwischen ein besonderes Augenmerk auf Jugendliche mit Hauptschulabschluss, da diese dem Betrieb meist auch nach der Ausbildung treu bleiben. Auch Kombi-Angebote von Studium und Praxis werden beliebter, um Abiturienten zu gewinnen. Jedes fünfte Unternehmen verfolgt inzwischen diesen Ansatz. Immer mehr Ausbilder geben auch jungen Eltern in Form einer Teilzeitausbildung eine Chance. Diese sind oft überdurchschnittlich motiviert und reifer als andere Auszubildende.

Kein perfekter Lebenslauf, aber großer Ehrgeiz

„Die Unternehmen sollten ihre Auswahlkriterien überdenken.“, empfiehlt Deinhard. „Häufig zeigen gerade Bewerber ohne perfekten Lebenslauf den größten Ehrgeiz, wenn man ihnen eine Chance gibt.“ Doch nicht nur bei den Auszubildenden wird der Wettbewerb um gute Leute größer. Fast jedes Vierte Unternehmen kann mittlerweile auch seinen Bedarf an ausgelernten Fachkräften nicht mehr decken. In diesem Fall könne es helfen, Mitarbeiter ohne Berufsabschluss weiter zu qualifizieren.

Angebote der IHK-Würzburg-Schweinfurt

Die Ausbildungs- und Fachkräfteberater der IHK helfen bei Ausbildung neuer Zielgruppen und bei der Qualifizierung der bestehenden Mitarbeiter.

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