FHWS-Absolventin über Sudans Kultur

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Würzburg erleben

31. Oktober 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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„Sand in my Eyes“

Die Autorin, Fotografin, FHWS-Absolventin und Diplom- Sozialpädagogin Enikö Nagy stellte in ihrem Vortrag „Entwicklung von interkultureller Sensibilität am Beispiel des Sudan“ ihr Buch sowie ihre weltweite Wanderausstellung „Sand in my Eyes – Sudanese Moments“ vor.

Reisewarnung, Krieg, Armut

Wenn man „Sudan“ höre, so die Autorin, dann assoziierten viele Menschen dieses Land mit Reisewarnungen, Krieg, Armut oder im besten Fall mit einem weißen Fleck. Als sie über den Deutschen Entwicklungsdienst in den Sudan wechselte, enthielt die Stellenbeschreibung für den Bereich „Freizeit“ als einzige Einträge „ein Internetcafe“ sowie „Kamelreiten in die Wüste“ – das Internet endete schnell aufgrund von Stromschwankungen mit einem abgebrannten Laptop.

Kulturelles Reichtum in 30.000 Kilometern erkundet

Und doch hält sich Enikö Nagy nach den zweieinhalb Vertragsjahren mittlerweile acht Jahre in dem afrikanischen Land auf und gründete ihr eigenes Projekt, um dessen kulturellen Reichtum zu dokumentieren. Hierfür hat sie mit ihrem Team auf ihrer Reiseroute 30.000 Kilometer zurückgelegt, 120 Interviews geführt und von 45 Stämmen und ethnischen Gruppen traditionelle Erzählungen aufgezeichnet sowie 26.000 Fotos gemacht von typisch sudanesischen Momenten – ihr Buch hat sie nun 800-seitig mit 550 Fotos sowie 250 poetischen Texten unter dem Titel „Sand in my eyes, Sudanese Moments“ in englischer sowie arabischer Sprache veröffentlicht.

Immaterielles Kulturgut der mündlichen Literatur

Sie möchte mit ihrem umfangreichen Werk sowie ihrer Wanderausstellung Menschen sensibilisieren und sie einladen, sich mit dem immateriellen Kulturgut der mündlichen Literatur und der Frage „Wer ist der Mensch?“ zu beschäftigen, die gewohnte Kultur neu wahrzunehmen. Sie hat schamanischen Zeremonien beigewohnt, Nomaden begleitet, in bäuerlichen Dorfgemeinschaften gewohnt, hat sich zu ihnen ans nächtliche Feuer gesetzt, um deren mündliche Literatur und Überlieferungen von Geschichten, Gedichten, Legenden und Sprichworten aufzunehmen.

Sudanesische Traditionen, Rituale und Tänze

In einer thematischen Fünfteilung des Buches nimmt sie die Leser und Zuschauer mit in vielfältige sudanesische Kulturen, zu deren Traditionen, Rituale, Tänze, Zeremonien, Konzepten von Männlichkeit und Weiblichkeit, zu traditionellen Gerichtsverfahren, und alltäglichen Abläufen. Sie hat in den Sudanesen Menschen kennengelernt, die eine außergewöhnliche Sozialkultur haben, sehr gastfreundlich sind und die ein hohes Ideal an das Verhalten des einzelnen legen.

Weltweit einzigartiges Projekt

Aktuell entsteht ein begleitender Film zum weltweit einzigartigen Projekt, das UNESCO für seinen Schutz des Weltkulturerbes mit einem Vorwort bedacht hat. Die Ausstellung „Sand in My Eyes“ mit 48 großformatigen Bildern und 26 Texten ist bis zum 11. Januar 2015 in München zu sehen (Staatliches Museum Ägyptischer Kunst), anschließend in Berlin, Österreich, Holland, Norwegen, England, Frankreich, Italien, Spanien, Amerika und im Sudan.

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