Benefizkonzert für kranke Kinder
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Würzburg erleben
4. November 2014

Symbolbild Würzburg
Am 9. November in Sankt Michael Kirche
Ein besonderes Benefizkonzert gibt die Violinistin Ella Bulatova mit ihrem Schülerkreis am Sonntag, 9. November, um 15 Uhr in der Würzburger Seminarkirche Sankt Michael. Mit dem Erlös des Konzerts wird die Behandlung von tumor- und leukämiekranken Kindern auf der „Station Regenbogen“ der Kinder-Universitätsklinik Würzburg unterstützt.
Erinnerung an Reichspogromnacht
Zugleich erinnert das Konzert an die Reichspogromnacht vor 76 Jahren, bei der die ehemalige Würzburger Synagoge verwüstet wurde. Diese befand sich in der Domerschulstraße in unmittelbarer Nähe der Seminarkirche. Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand hat die Schirmherrschaft für das Konzert übernommen. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Pachelbel, Bach, Sarasate und Vivaldi. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Viele beteiligen sich am Konzert
Rund 30 Streicher hat Ella Bulatova, Dozentin an der Hochschule für Musik Würzburg sowie an der Sing- und Musikschule Würzburg, für dieses Benefizkonzert versammelt. „Sie sind oder waren meine Schülerinnen und Schüler“, sagt Bulatova. So werden nicht nur ihre jetzigen Schüler und Studenten auf der Bühne stehen. Auch viele ehemalige Schüler und Studenten kommen eigens nach Würzburg, um bei diesem Konzert mitzuwirken. Verstärkt wird das Orchester von drei Eltern, die selbst Violine spielen, einer Cellistin sowie Hede Hass am Klavier, ebenfalls Dozentin an der Hochschule für Musik.
Anspruchsvolles Programm
Für das Benefizkonzert hat Bulatova ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Ein Höhepunkt wird beispielsweise der „Kanon“ von Johann Pachelbel sein. „Er ist ursprünglich für drei Geigen geschrieben“, erklärt Bulatova. Bei diesem Konzert werden jedoch jeweils zehn Violinen eine Stimme spielen. Weiter stehen auf dem Programm das „Duo concertant“ von Charles-Auguste de Bériot, Violinenkonzerte von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi, eine Sonate von Johannes Brahms sowie der „Spanische Tanz“ von Manuel de Falla und „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate.
Signal für die Zukunft!
Ganz bewusst haben Bulatova und Hillenbrand den 9. November als Termin für das Benefizkonzert ausgewählt. „Es ist der Tag der Reichspogromnacht“, sagt Bulatova, die selbst Jüdin ist. „Für das jüdische Volk, aber auch für die ganze Welt, waren das schreckliche Tage.“ Die Seminarkirche Sankt Michael liegt nicht weit entfernt vom Standort der ehemaligen Synagoge, die in der Pogromnacht 1938 verwüstet wurde. „Deshalb hat dieses Konzert einen hohen Erinnerungswert“, ist Hillenbrand überzeugt. „Dass dieses Konzert von jungen Menschen unter der Leitung ihrer jüdischen Musiklehrerin gestaltet wird, ist ein Signal für die Zukunft.“ Es sei eine Aufgabe jeder neuen jungen Generation, das christlich-jüdische Verhältnis zu gestalten, sagt der Generalvikar. Und Bulatova betont: „Man kann trotz der Geschichte glücklich leben.“
Erlös an „Station Regenbogen“
Der Erlös des Konzerts ist für die „Station Regenbogen“ bestimmt. Das habe sich Bulatova gewünscht, sagt Hillenbrand: „Die Sorge für Kinder auf der Schattenseite des Lebens ist ein großes Anliegen von Frau Bulatova.“ Mit den Kindern verbindet Bulatova aber auch ein Aspekt ihrer persönlichen Geschichte. „Auf dieser Station werden auch Kinder aus Russland und der Ukraine behandelt“, erzählt sie. Sie selbst wurde in Moskau geboren, besuchte dort eine Musikschule für besonders begabte Kinder sowie das Tschaikowsky-Konservatorium. Sie spielte am Bolschoi-Theater und am Moskauer Staatlichen Symphonieorchester, tourte bei Konzertreisen durch die halbe Welt. Doch dann kam der Tschetschenienkrieg, ihrem damals 17 Jahre alten Sohn drohte die Einberufung. Schweren Herzens reiste die Familie 1995 nach Deutschland aus und baute sich ein neues Leben auf. Auf der „Station Regenbogen“ dagegen gebe es keine Grenzen. „Hier haben Kinder keine Nationalitäten, sie sind einfach nur Kinder. Und alle denken nur an die Kinder“, sagt sie. „Das ist meine wichtigste Aufgabe auf dieser Welt, etwas f

