BUND Naturschutz fordert Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes
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Würzburg erleben
5. November 2014

Symbolbild Würzburg
Maßnahmen dringend notwendig
„Der BUND Naturschutz (BN) bekräftigt seine Forderungen nach einer raschen Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Würzburg. Insbesondere Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind – neben einer Reduktion des CO2-Ausstoßes – dringend nötig“, so Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Würzburg.
BN kritisiert Ausstieg aus „Energy Award“
Der BN kritisiert in diesem Zusammenhang auch den Ausstieg der Stadt Würzburg aus dem „Energy-Award“. Scheinbar sah sich die Stadtverwaltung nicht in der Lage, das Zertifizierungsverfahren zu bestehen. Dies lediglich mit der Nichtberücksichtigung der Heizkraftwerksmodernisierung zu begründen und sich in „guter Gesellschaft“ mit anderen bayerischen Großstädten zu wähnen, greife zu kurz. Laut des BN werde die Stadt Würzburg hier ihrer Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger nicht gerecht.
Im Stadtzentrum bis zu 5° C wärmer
Die Stadt Würzburg ist vom Klimawandel aufgrund der Kessellage und des hohen Versiegelungsgrades in der Innenstadt besonders betroffen. Schon jetzt ist es im Stadtzentrum häufig um bis zu 5° C wärmer als im Umland. Das regionale Klimamodell projiziert bis zum Jahr 2100 eine weitere Erwärmung um ca. 5° C in den meisten Jahreszeiten. Auch die Zahl der Tropennächte (nicht unter 20° C) wird ansteigen, was bei vielen Personen zu einer fehlenden Regeneration in der Nacht führen kann.
Auswirkung auf Kinder, Senioren und kranke Menschen
Diese Belastung durch Hitze wirke sich nach dem BN vor allem dramatisch auf Kinder, Senioren und kranke Menschen aus. Aber auch gesunde und widerstandsfähige StadtbewohnerInnen würden sich dann aus der Fußgängerzone der Innenstadt zurückziehen. Dies alles kann man im Klimaschutzgutachten der Stadt Würzburg nachlesen, wo als wichtige Maßnahmen zur Reduktion einer Überhitzung der Stadt unter anderem Fassadenbegrünungen, ein begrünter Marktplatz, offene Wasserflächen und Baumpflanzungen vorgeschlagen werden.
Durchrgünung der Innenstadt
Der BN schlägt eine Reduktion des Autoverkehrs, einer umfassende Tempo 30-Zone und einer Umwandlung von Parkplätzen in begrünte, schattige Aufenthaltsbereiche (z. B. hinter dem Dom und in der Juliuspromenade) vor. Auch eine konsequente Durchgrünung der gesamten Innenstadt, die aktuell eher einer Steinwüste gleicht und von einer Aufheizung im Sommer besonders betroffen ist, sei nach Angaben des BN dringend nötig.
Forschungsvorhaben ohne Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes
Eine Umsetzung derartiger Maßnahmen, die schon allein aufgrund der hohen Feinstaubbelastung in Würzburg sinnvoll wären, sei aber kaum erkennbar. „Im Gegenteil: So wurden zum Beispiel im Bereich der Tennisplätze Zellerau mehrere Großbäume für den Bau von Parkplätzen gefällt und am Platz’schen Garten ein Park einem Investor geopfert. Für die neue (und auch wichtige!) Straßenbahnlinie zum Hubland sieht die Planung die Rodung zahlreicher Alleebäume vor, um möglichst wenig in den Straßenraum eingreifen zu müssen. Was nützen da weitere Forschungsvorhaben zur Klimaanpassung (wie nun im Bereich Heidingsfeld geplant), wenn schon jetzt vorhandene Vorschläge zur Klimaanpassung nicht umgesetzt werden, eher sogar eine kontraproduktive Entwicklung erkennbar ist. Forschung ist wichtig, aber die Umsetzung von sinnvollen Maßnahmen darf darüber hinaus nicht auf die lange Bank geschoben werden!“.
Meinung der SPD
Auch die SPD sieht den Ausstieg aus dem „Energy Award“ kritisch. Hier geht’s zum ausführlichen Artikel.

