30. Ausbildertag: Ausbildung im Wandel der Zeit
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Würzburg erleben
6. November 2014

Symbolbild Würzburg
Information für Unternehmer, Ausbilder und Lehrer
Rund 200 Unternehmer, Ausbilder sowie Lehrer allgemeinbildender und beruflicher Schulen informierten sich beim 30. Ausbildertag der mainfränkischen IHK in der Geschäftsstelle über bildungspolitische Entwicklungen und betriebspraktische Ansätze zur Berufsausbildung.
Akademisierungswahn ist falscher Weg
„Die Zeiten haben sich geändert, und die Unternehmen müssen darauf reagieren. Das wird die Herausforderung der kommenden Jahre.“, erklärte IHK-Präsident Dieter Pfister in seiner Eröffnungsrede. Es werde für die Unternehmen zunehmend schwerer, Ausbildungsplätze zu besetzen. Aber dass die deutsche Duale Ausbildung ein internationaler Maßstab für die erfolgreiche Qualifikation von Jugendlichen geworden ist, zeige die Bedeutung der Zusammenarbeit von Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und IHK. Das Exportmodell Duale Ausbildung belege, dass der zunehmende Akademisierungswahn in Deutschland ein falscher Weg sei.
Anforderungen an Ausbilder steigen erheblich
Arno Schmitt, ehemaliger Leiter der weltweiten Personalentwicklung und Aus- und Weiterbildung von Bosch Rexroth ließ die Veränderungen im Laufe der letzten drei Jahrzehnte in der Berufsausbildung Revue passieren. Seine These: „Die heutige Jugend ist insgesamt nicht schlechter als früher“. Die Schere zwischen sehr guten Absolventen und schwächeren Absolventen gehe jedoch weiter auseinander. Damit würden die Anforderungen an Ausbilder und Lehrer in den nächsten Jahren erheblich steigen.
Lebenslanges lernen auch für Ausbilder wichtig
Cornelia Pflugradt, Bezugstherapeutin am Rehabilitationszentrum Haus St. Michael, Neustadt am Main, vermittelte den Teilnehmern, wie sie mit Persönlichkeitsstörungen bei jungen Menschen umgehen können. Mit der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen beschäftigten sich auch Marianne Seufert und Christine Seger, geschäftsführende Gesellschafterin Seger Transporte GmbH und Co. KG. Sie zeigten anhand des mit dem deutschen Bildungspreis 2014 prämierten Projekts „Selbstmanagement für Auszubildende“, was unternehmerische Eigeninitiative für die Region bewirken kann. Dass „lebenslanges Lernen“ auch für Ausbilder wichtig ist, demonstrierte der Beitrag von Beatrix Lieb, Personalreferentin der Volksbank Raiffeisenbank, Bad Kissingen – Bad Brückenau. Sie stellte das Konzept der IHK-Ausbilderakademie vor, einer Einrichtung zur Zertifizierung von Kompetenzen für Ausbilder.
Neue Zielgruppen erschließen
„Die Herausforderung der demografischen Entwicklung verlangt von Personalverantwortlichen neue Lösungsansätze“, so Max-Martin W. Deinhard,
IHK-Bereichsleiter Berufsausbildung. Die IHK unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen bei der Bewältigung des demographischen Wandels mit sechs Ausbildungs- und Fachkräfteberatern. Kooperationen mit der Agentur für Arbeit bei der „Qualifizierungsoffensive für über 25-Jährige“ oder eine Kooperation mit der Lebenshilfe Schweinfurt zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung, sollen darüber hinaus neue Zielgruppen erschließen.
Rückgang der Ausbildungsverträge um 3,3 Prozent
Hinsichtlich der Entwicklung der Ausbildungszahlen zu Beginn des Ausbildungsjahres 2014/2015 zog Deinhard eine differenzierte Bilanz. Durch den Rückgang der Schülerzahlen und das veränderte Bewerberverhalten der Jugendlichen werde es für Ausbildungsbetriebe in der Region immer schwieriger, die angebotenen Stellen adäquat und sicher zu besetzen. Die IHK konnte bis Ende Oktober 3.867 neue Ausbildungsverträge registrieren. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr waren es noch 4.000. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent.

