Prozessbeginn in Würzburg: Mord oder Überfall?
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Würzburg erleben
6. November 2014

Symbolbild Würzburg
Eifersucht und Missgunst
WÜRZBURG. Er kam über die Trennung seiner Freundin nicht hinweg und habe sie aus Eifersucht und Missgunst brutal getötet, heißt es in der Anklage. Wegen Mordes steht ein 40-Jähriger seit gestern vor dem Landgericht Würzburg, der seine Ex-Freundin im Oktober 2013 erstochen haben haben soll. Der Angeklagte dagegen, berichtet von einem „Überfall“, der sich in der ehemals gemeinsamen Wohnung in Heidingsfeld abgespielt haben soll.
Marc H. soll mit einer Sturmmaske über dem Gesicht in der Wohnung auf Nadine gewartet haben. Als die Frau kam, sticht er ihr laut Anklage mit einem Messer in den Bauch, sieben mal in den Hals und schlägt fünf mal mit einer Pfanne auf ihren Kopf ein. Danach rennt er zu einem Nachbarn und erzählt, dass er und Nadine überfallen wurden.
Sturmhaube und zwei abgebrochene Messer gefunden
Die Beziehung der beiden, war alles andere als harmonisch. Seit einigen Jahren wohnten sie in einer Wohnung in Heidingsfeld. In der Zeit als der gemeinsame Sohn im Alter von zwei Jahren sehr krank wurde, habe er sich laut Anklage lieber im Fitnessstudio aufgehalten, als sie zu unterstützen und am Krankenbett des Kindes zu wachen. Im August 2013 starb der Junge.
Kurz danach hatte sich Nadine von im abgewandt, die Beziehung beendet und einen anderen Mann kennengelernt. Am Tattag war sie noch mal in der Wohnung, wo der Angeklagte bereits auf sie wartete. Als Nachbarn Hilfeschreie hörten riefen sie die Polizei. Als die Beamten kamen, trug er nur Pulli und Unterhose. In der Küche lag die tote Frau, neben ihr zwei abgebrochene Messer. Später fanden Ermittler blutverschmierte Jeans des Angeklagten und eine Sturmhaube mit Blutspritzern.
Marc H. erzählt einer Polizistin, jemand habe ihn an der Wohnungstür niedergestochen. Er habe nur noch gesehen, dass seine Freundin auf dem Boden lag. Auch der Angeklagte wurde an diesem Tag verletzt. Ob diese Verletzungen von einem „Überfall“ kamen, bezweifelt die Staatsanwaltschaft, ebenso wie ein Arzt der vermutet, dass er sich diese selbst beigebracht hatte. Was hier genau passiert ist, soll der Prozess in den nächsten Wochen klären.

