76 Jahre her – Gedenken an Pogromnacht 1938

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Würzburg erleben

10. November 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Einsatz für Recht und Freiheit

„Es geht nicht nur um die Vergangenheit, es geht auch um unsere Zukunft, wenn wir heute an die Pogromnacht vor 76 Jahren erinnern. Es geht um ein öffentlich ausgesprochenes und unüberhörbares „Nie wieder!“ Es geht darum, dass wir begreifen: Der Einsatz für Recht und Freiheit und für eine offene und tolerante Gesellschaft ist eine dauerhafte Aufgabe“, appellierte Oberbürgermeister Christian Schuchardt an die vielen abendlichen Besucher am Platz der ehemaligen Synagoge in der Domerschulstraße, die sich zusammen mit Rabbiner Jakob Ebert und dem Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburgs und Unterfrankens Dr. Josef Schuster an den 9. November 1938 erinnerten und darüber sprachen, was dieser Tag uns heute noch lehrt.

Drei Todesopfer forderte Pogromnacht in Würzburg

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und Dr. Josef Schuster ordneten den Gedenktag in eine Reihe von Jubiläen ein, die mit dem 9. November wie auch mit dem Jahr 2014 verbunden sind. Als beispielsweise der erste Weltkrieg ausbrach kämpften die jüdischen Mitbürger selbstverständlich noch für das Land, das ihnen wenige Jahre später alle Rechte absprechen sollte. Und der 9. November 1989 stehe auch für den Protest gegen die Obrigkeit, der in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts ausblieb als „Bürger dieser Stadt“ die Hand anlegten, zuschauten, nur die Köpfe schüttelten oder eben ihre Existenz verloren. Mehr als 1300
Menschen verloren während und im Gefolge der Ausschreitungen ihr Leben. Auch in Würzburg forderte die Pogromnacht drei Todesopfer.

Erste Rabbiner-Ordination seit Jahren

Schuchardt erinnerte an die Bedeutung der jüdischen Gemeinde in und für Würzburg seit dem Mittelalter und freute sich über das Wiedererblühen der Gemeinde nach 1945 und insbesondere nach 1990: „Dass am vergangenen Montag in der neuen Synagoge in der Valentin-Becker-Straße zwei Absolventen des weltweit anerkannten Berliner Rabbinerseminars ordiniert wurden, wobei es sich um die erste Rabbiner-Ordination in Würzburg seit Jahrzehnten handelte, hat deutlich gemacht: Jüdisches Leben ist wieder ein fester Bestandteil des Lebens in unserer Stadt und findet auch wieder deutschlandweit Beachtung.“ Zur Gedenkfeier mit Kaddisch und musikalischer Umrahmung waren zahlreiche Vertreter der Kirchen, Politik und Zivilgesellschaft gekommen.

 

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