Baugenehmigung versagt: Naturschutz schlägt Wohnungsnot

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12. November 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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Studentenverbindung will Wohnheim bauen und scheitert

Die Studentenverbindung Gothia besitzt ein Grundstück im Frauenland und hatte Pläne, darauf ein Wohnheim mit sieben Studenten- und einem Hausmeisterappartement zu bauen. Der Bau- und Ordnungsausschuss untersagte diesen Bau nun, eine Baugenehmigung würde nicht erteilt werden. Grund dafür wäre der alte und wertvolle Baumbestand auf dem Grundstück, dem einige Bäume für den Neubau zum Opfer fallen würden. Die Verbindung wollte das Gebäude in Richtung Wittelsbacherstraße bauen lassen.

Klage nicht ausgeschlossen

Es wäre eine Abwägungsentscheidung gewesen, die negativ für die Gothia ausgefallen sei. CSU, SPD und die Grünen hätten allesamt dagegen gestimmt. Während die CSU grundsätzlich den Bau für Studentenwohnungen befürwortet, jedoch keinen Präzedenzfälle für ähnliche Grundstücke schaffen will, entstehe, laut der Mainpost, der Bau für die SPD dort an falscher Stelle. Für die Grünen sei der Baumbestand, laut der Tageszeitung, viel zu wichtig und so wäre der Neubau in dieser Form auf dem Grundstück an keiner Stelle möglich.

Dennoch wurde, so die Zeitung weiter, eine Drehung des Gebäudes um 90 Grad vorgeschlagen, was wiederum von der Verbindung abgelehnt wurde. Die Verbindung würde überdies nicht ausschließen Klage zu erheben, für den Fall, dass die Baugenehmigung nicht erteilt werde.

Stellungnahme der betroffenen Gothia

Wir haben im Zuge der Versagung der Baugenehmigung bei Dr. Peter Motsch, dem Vorsitzenden des Gothenheim e.V. und Philistersenior der katholischen Verbindung Gothia, nachgefragt und zügig eine ausführliche Stellungnahme bekommen:

„Für Gothia ist die Versagung der Baugenehmigung für ihr Wohnheimprojekt ein schwerer Schlag gegen ihre Bemühungen, der Wohnungsnot von Studenten in Würzburg abzuhelfen. Elementare Interessen junger Menschen werden für 3 – 4 Bäume geopfert, die wegen des Baus gefällt werden müssten, obwohl dreifach mehr Bäume erhalten bleiben und Ersatzpflanzungen garantiert sind.

Die von der Nachbarschaft eigennützig behauptete und beanspruchte parkähnliche Struktur, die zu erhalten wäre, gibt es auf dem Grundstück der Gothia so nicht, abgesehen davon, dass diese Frage allein Gothia als Eigentümerin zu entscheiden hätte. Gothia kann auch nicht nachvollziehen, dass weitere Baumaßnahmen durch ihr Wohnheim präjudiziert werden. Gothia baut nicht mehr als 140 qm Nutzfläche zum Wohnen für Studenten auf ihrem fast 3000 qm großen Grundstück und baut damit insgesamt nicht mehr, als in der näheren Umgebung schon bebaut ist. Alles in allem muss Gothia  die Verweigerung der Baugenehmigung als einen Akt „kalter Enteignung“ empfinden.“

Die Studentenverbindung will, im Interesse ihrer Studenten, das Urteil nicht hinnehmen und wird deshalb das Wohnprojekt auf eigenem Grund und Boden weiter verfolgen.

 

 

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