Eine starke Arbeitgebermarke ist immer wichtiger

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Würzburg erleben

12. November 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Veranstaltungsreiher der IHK

Bei einer Veranstaltungsreihe der IHK Würzburg-Schweinfurt erhielten rund 70 Zuhörer Einblicke in die Welt der Automobilindustrie bei der Firma Preh GmbH. Im Fokus von regelmäßigen Firmenbesuchen der IHK stehen Unternehmen, die im Zuge der demografischen Herausforderungen eine familienfreundliche, chancengerechte, gesundheitsbewusste und demografiefeste Personalpolitik verfolgen. Bei der Preh GmbH drehte sich dieses Mal alles um die Frage, warum eine starke Arbeitgebermarke immer wichtiger wird.

Fachkräfte sind „Mangelware“

„In einigen Branchen ist bereits jetzt die Ressource „Fachkräfte“ Mangelware. Wie Fachkräfte gefunden und an Unternehmen gebunden werden können, sind zentrale Fragen. Es ist uns deshalb ein Anliegen, unsere Mitgliedsbetriebe dabei zu unterstützen.“, unterstrich Max-Martin W. Deinhard, Bereichsleiter der Berufsausbildung der IHK Würzburg-Schweinfurt in seiner Begrüßung. Die IHK nimmt sich dem Thema Fachkräftesicherung in Mainfranken an und unterstützt Mitgliedsunternehmen bei ihren Fragen durch sechs Ausbildungs- und Fachkräfteberater sowie eine Fachkräftereferentin.

Strategie der „Preh-Familie“

Dass die Preh GmbH den demografischen Herausforderungen trotzt, zeigte Geschäftsführer Dr. Ernst-Rudolf Bauer eindrucksvoll. Allein in diesem Jahr stellte das Unternehmen über 100 Mitarbeiter am Standort Bad Neustadt ein. Einst als Geräte- und Komponentenhersteller in der Rundfunkindustrie gestartet, hat sich das Unternehmen über die Jahre zu einem namhaften Automobilzulieferer entwickelt. Mit 520 Millionen Euro Jahresumsatz und mehr als 3.700 Mitarbeitern in Deutschland, Portugal, den USA und Mexiko ist das Unternehmen auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. „Es muss für den Arbeitnehmer erstrebenswert sein, bei einer Firma anzufangen.“, betont Karin Lochner, Personalleiterin der Preh Gmbh daher in ihrem Vortrag. Bei einer Befragung beschrieben die Preh-Mitarbeiter selbst ihr Unternehmen mit Schlagwörtern wie Verlässlichkeit, Anerkennung, Freiraum und Faszination. „Es ist wichtig, dass das, was der Arbeitgeber gerne sein möchte, auch im Betrieb so wahrgenommen und gelebt wird. Nur dann kann man auch ein wirklich attraktiver Arbeitgeber sein.“, fasst Karin Lochner die Strategie der „Preh-Familie“ zusammen.

Der Wurm muss dem Fisch schmecken!

Einen anekdotenreichen Impulsvortrag lieferte Professor Dr. Alfred Quenzler von der technischen Hochschule Ingolstadt. Der Wissenschaftler, der viele Jahre bei der Audi AG als Leiter im Bereich Personalmarketing und -recruiting unterwegs war, stellte vor allem den Zusammenhang zwischen einer starken Arbeitgebermarke und der Unternehmenskultur in den Mittelpunkt seines Vortrags. Für ihn beginnt die Arbeitgebermarkenbildung im Betrieb. Dort kommt es auf die Vermittlung von Werten und Sinn an, sowie auf verantwortungsvolles Führen. Eines sei klar: „Wenn jemand wegen der Marke ins Unternehmen kommt und nach zwei Jahren wegen einer Führungskraft geht, hat das wenig mit einem attraktiven Arbeitgeber zu tun.“ Um eine starke Arbeitgebermarke überhaupt kreieren zu können, sollte sich das Unternehmen fragen: Was wollen wir? Wer sind wir? Und wie sind wir? Dabei gab Professor Quenzler den Zuhörern zu bedenken: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!“

Im Netz seine Kunden ansprechen

Das gleiche Prinzip gelte für die Firmenhomepage, die auch als Visitenkarte im Netz gesehen werden soll. Warum es wichtig ist, auch im Netz seine Kunden, Mitarbeiter oder potenziellen Fachkräfte gut durchdacht anzusprechen, erklärte Julia Grosser, Referentin für E-Business bei der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Der typische Internetnutzer ist faul und lässt sich leiten, hat Gewohnheiten, spricht häufig kein Englisch und ist ungeduldig. Deshalb sollte die Firmenhomepage möglichst einfach und selbsterklärend aufgebaut sein.“ Der erste Eindruck zähle, deshalb gebe die E-Business-Expertin zu bedenken, dass über 90 Prozent der Unternehmen in erster Linie ihre Stellenausschreibungen auf ihrer Homepage platzieren. Ein maßgeblicher Grund dafür, warum der Inhalt der Firmenhomepage auch beim Thema „Arbeitgebermarke“ eine große Rolle spielt.

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