Diözesanrat fordert Wende in der Asylpolitik

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17. November 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Willkommenskultur und mehr Unterstützung

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Migrations-, Integrations- und Asylpolitik. Es gehe um eine Wende „weg von Abwehrpolitik gegenüber eingewanderten und künftig einwandernden Menschen hin zu einer Willkommenskultur“, und zwar in ganz Europa, heißt es in einer von Karl-Peter Büttner, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg, unterzeichneten Presseerklärung mit der Überschrift „Asylsuchende und Flüchtlinge willkommen in Bayern“.

Abschaffung des Dublin-Systems

In seiner Erklärung fordert der Diözesanrat unter anderem die Abschaffung des sogenannten Dublin-Systems. Anstelle des Einreisestaats solle derjenige Staat für ein Asylverfahren zuständig sein, in dem die Asylsuchenden ihren Asylantrag stellen möchten. Zugleich gelte es, ein „faires und transparentes Verfahren zur Festlegung von Aufnahmequoten und einen solidarischen Lastenausgleich innerhalb der Europäischen Union“ festzulegen. Nötig seien mehr Stellen zur Prüfung der Anträge sowie für die Betreuung und Begleitung, insbesondere der unbegleiteten Jugendlichen, so eine weitere Forderung.

Mehr Unterstützung vom Freistaat Bayern

Aufgabe des Staates sei es auch, „für das wertvolle und unverzichtbare ehrenamtliche Engagement vor Ort optimale Rahmenbedingungen zu schaffen“. Dies gelte vor allem für das Ziel einer gelingenden Integration: Kirchen, Pfarrgemeinden, Verbände und Vereine sollten einbezogen und Konzepte der Teilhabe entwickelt werden. Hier fordert der Diözesanrat vom Freistaat Bayern mehr finanzielle und fachliche Unterstützung für die Kommunen und die ehrenamtlichen Initiativen vor Ort.

Gerechte Weltwirtschaftsordnung

Alle seien dazu aufgerufen, die Wirtschafts- und Lebensstile „grundlegend zu überprüfen, um für alle Menschen weltweit und für kommende Generationen eine hohe Lebensqualität zu sichern“, heißt es in der Presseerklärung weiter. Denn weltweite Gerechtigkeit und eine gerechte Weltwirtschaftsordnung seien Voraussetzungen, um die Ursachen von Flucht zu beseitigen.

Herbstvollversammlung des Landeskomitees der Katholiken

Die Verantwortung für Asylsuchende und Flüchtlinge war ein zentrales Thema bei der Herbstvollversammlung des Landeskomitees der Katholiken am Samstag, 15. November, in Burghausen. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bayern hatte dazu einen umfassenden Antrag eingereicht, der auf der Versammlung einstimmig beschlossen und von den Delegierten des Diözesanrats der Katholiken in Bistum Würzburg in allen Punkten unterstützt wurde.

Pressemitteilung der Pressestelle Ordinariat Würzburg

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