Babys an Board: ist Würzburg kinderfreundlich?

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Würzburg erleben

27. November 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Kinder als Störfaktoren

Deutschland ist kinderfeindlich – dies oder ähnliches hört man seit Jahren und erst kürzlich heizte das Deutsche Kinderhilfswerk diese Diskussion weiter an. Kinder würden als Störfaktoren gesehen. Jüngstes Beispiel: Eine Fluglinie wirbt mit kinderfreien Zonen. Auch in Würzburg scheint diese Thematik von Bedeutung zu sein. Unser Fan Dori hat uns kürzlich ein Bild an die Pinnwand gepostet (siehe oben), mit den Worten: „So ist es viel zu oft! Wie soll ich da noch mit dem Kinderwagen reinkommen?“

Mehr Kommunikation, weniger Missverständnisse?

Da fragen wir uns, ist denn Würzburg wirklich so rücksichtslos? Macht niemand Platz für Mütter mit Kinderwagen oder hält ihnen ab und an die Türe auf? Unter dem Foto ist eine angeregte Diskussion entstanden. Einige Fans meinten, man müsse doch nur miteinander sprechen. Eine einfache Bitte das Rad wegzuschieben, um für den Kinderwagen Platz zu machen, hätte doch wohl gereicht. Vielleicht müssen die Menschen also nur mehr miteinander sprechen und sich nicht gegenseitig anschweigen. Eigentlich weiß man ja, dass Kommunikation das A und O in der Gesellschaft ist. Jedoch scheint das doch nicht so einfach zu sein, wie dargestellt.

„Ich habe vier Kinder, also bin ich ein Assi“

Ein Fan kommentiert: „Ich habe damals, als ich noch mit meiner Tochter im Kinderwagen unterwegs war, auf meine freundlich Bitte, doch das Fahrrad ein wenig zu verrutschen, damit wir hinpassen, folgenden Satz gehört: “ Hab’n Ticket dafür bezahlt, Du auch? Lässt Dich doch nur vom Staat haushalten.“ Soviel zum Thema „Erwachsenen-Gespräch“. Der junge Mann war vermutlich 5 Jahre jünger als ich.“ Erste Antwort darauf: „Deutschland ist kinderfeindlich. Ich erlebe täglich solche Anfeindungen . Ich habe vier Kinder , also bin ich ein Assi. Kinder sind im Supermarkt mal laut … dumme Blicke . Ein Hund hat bei uns mehr Ansehen als ein Kind.“

Scheinbar sind „rotzfreche, unverschämte Antworten“ bei auf die Frage bittender Elternteile keine Seltenheit. Andere wiederum sprechen von „Kampfmamis“, die keine „Erwachsenen-Gespräche“ führen wollen würden. Dieses Thema scheint zu polarisieren, völlig verständlich, es geht ja auch um den Nachwuchs. Wir haben einen Würzburger Papa gefragt, wie er mit seiner Tochter die Situation in Würzburg empfand. „Schlimm war das, am schlimmsten war es, als die Kleine noch im Kinderwagen war. Niemand geht auch nur einen Schritt auf Seite oder hält einem die Tür auf, von den öffentlichen Verkehrsmittel ganz zu Schweigen“. Hm, ist Würzburg wirklich so kinderfeindlich?

Kinderfreundliches Programm der Stadt Würzburg

Die Stadt Würzburg bietet jedenfalls ein umfangreiches Programm für Familien mit Kindern, von Spielplatzempfehlungen bis hin zu Stadtführungen wird ein breites Spektrum an Aktivitäten geboten. Man darf bestimmt nicht alle Radfahrer oder generell Würzburger über einen Kamm scheren. Denkt doch einfach daran, wenn eine Mami wieder einmal Hilfe mit ihrem Kinderwagen baucht, ein Handgriff tut keinem weh und ein Lächeln sagt doch mehr als tausend Worte.

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