Friedenspreis für zwei Wissenschaftler
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Würzburg erleben
28. November 2014

Symbolbild Würzburg
Gusi Peace Prize
Die Gusi-Stiftung hat den Professoren Gerhard Bringmann (Würzburg) und Virima Mudogo (Kinshasa) den Gusi Peace Prize verliehen und sie damit für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur Wirkstoffforschung und für ihre humanitären Verdienste um den wissenschaftlichen Nachwuchs im Kongo geehrt.
Neue Wirkstoffe gegen vernachlässigte Krankheiten
Dass die beiden Professoren nun gemeinsam geehrt werden, liegt darin begründet, dass sie vieles gemeinsam angepackt und erreicht haben. Ihre Zusammenarbeit begann vor über 20 Jahren mit der Suche nach medizinisch interessanten Wirkstoffen aus tropischen Pflanzen. Diese Forschung führen die beiden Professoren bis heute im Rahmen des Würzburger SFB 630 durch. Aus diesen Arbeiten sind zahlreiche Publikationen in hochrangigen Journalen hervorgegangen – und das erste deutsch-kongolesische Patent. Sie haben sogar eine neue Pflanzenart im Kongo entdeckt, die sie Ancistrocladusileboensis genannt haben, benannt nach ihrem Fundort in der Nähe der kongolesischen Stadt Ilebo.
„Wir sind glücklich, dass wir beide gemeinsam geehrt werden, denn all dies hätte keiner von uns beiden alleine schaffen können. Und längst sind wir beide nicht mehr alleine, sondern haben ein starkes kompetentes Team“, so Bringmann und Mudogo.
Exzellenzstipendienprogramm BEBUC
Ausgehend von diesen gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeiten entwickelten die beiden das weltweit wohl einzigartige Exzellenzstipendienprogramm BEBUC, mit dem sie dem Kongo eine neue Generation von herausragenden neuen Professoren geben wollen. Dieses Stipendienprogramm hat sich seit seinem Beginn 2008 erfolgreich weiterentwickelt und unterstützt heute an insgesamt 16 Universitäten exzellente junge Kongolesen im Bachelor- oder Masterstudium, bei der Promotion oder bei ihrer Rückkehr in den Kongo. Vor allem zur Förderung von Mädchen werden darüber hinaus junge Talente aus zwei Grundschulen und sechs Gymnasien gefördert – alles in allem über 150 Stipendiaten.
Motor für den Frieden
Das Stipendienprogramm soll jungen Menschen helfen, ihre Träume zu verwirklichen, indem sie zügig und mit Tiefgang studieren, ihre Studien im Ausland fortsetzen, in den Kongo zurückkehren, um dort ihr Wissen dann an junge Menschen weiterzugeben – und damit zugleich beim Wiederaufbau ihres Landes zu helfen. So ist das Stipendienprogramm zugleich auch ein Motor für den Frieden in diesem schwierigen Land. Hierzu passt auch Bringmanns Motto Bila elimu hakuna maendeleo na amani. Das ist Suaheli und heißt: Ohne Bildung kein Wohlstand und Frieden.
Über den Gusi-Friedenspreis
Die Gusi-Stiftung, gegründet von ihrem Vorsitzenden Barry Gusi, verleiht seit 2002 alljährlich den Preis in einer feierlichen Zeremonie. Mit Bringmann wird zum vierten Mal ein Deutscher ausgezeichnet, mit Virima Mudogo sogar zum ersten Mal ein Kongolese. Unter den anderen Preisträgern sind hochrangige Staatsmänner wie Vytautas Landsbergis, der frühere Staatspräsident von Litauen, aber auch wissenschaftliche Kooperationspartner von Bringmann und Mudogo, wie Professor Yoshinori Asakawa aus Japan und Professor Kazimierz Glowniak aus Polen.
„Wir empfinden diese Auszeichnung als Ermunterung, nicht nur unsere Infektionsforschung weiterzuführen, sondern auch das Stipendienprogramm weiter auszubauen, und freuen uns, dass damit zugleich alle die geehrt werden, die uns bei diesem Projekt unterstützen, vor allem die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung“, so die beiden Preisträger.
Pressemitteilung der Uni Würzburg

