Schwimmverein SV 05 in Seenot – Stadt hilft

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5. Dezember 2014

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

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300.000 Euro Hilfe von der Stadt

Der in finanzieller Schieflage steckende Schwimmverein SV 05 Würzburg bekommt von der Stadt eine Finanzspritze von 300.000 Euro – das wurde am Donnerstag einstimmig und ohne öffentliche Diskussion im Stadtrat beschlossen.

Beschluss hinter verschlossenen Türen gefasst

Der Hauptausschuss des Würzburger Stadtrates hatte bereits am Montag die finanzielle Unterstützung in Höhe von 300.000 Euro für den Verein befürwortet. Die einstimmige Empfehlung wurde allerdings hinter verschlossenen Türen gefasst, da auch interne Zahlen wie beispielsweise die Gehälter der Angestellten auf dem Tisch lagen.

In der Stadtratssitzung am Donnerstag folgten die Räte einstimmig der Empfehlung „zur Gewährung von existenzsichernden Zuschüssen zu erhöhten Betriebs- und Investitionskosten“. Zwar erfolgte diese Abstimmung im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung – eine Diskussion, wie es zu der Entscheidung kam, gab es jedoch nicht vor den Bürgern. SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Kolbow sprach als einziger Stadtrat über die Entscheidung: „Eine Rekommunalisierung eines Schwimmbads darf nicht das Ziel sein, deshalb müssen wir akut helfen.“ Er erklärte jedoch auch, dass eine mittel- bis langfristige Erhöhung des Betriebskostenzuschusses kritisch gesehen werden muss.

Keine Förderung des Leistungssports

Der SPD-Mann betonte auch, dass er mit der Finanzspritze für den Schwimmverein „keine Förderung des Leistungssports“ sehe, sondern eine kommunale Aufgabe. Bei den Haushaltsberatungen am 20.November hatte der Stadtrat erst dem Fußballverein Würzburger Kickers 300.000 Euro Förderung zugesprochen – Argumentationsgrundlage damals waren die durch die Pokalspiele nötig gewordenen hohen Investitionen des Vereins in sein Stadion.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CSU) sprach sich ebenfalls für den „nachgelagerten Investitionskostenzuschuss“ aus, erklärte aber, dass Nachforschungen und ein Einblick in die Unterlagen des Vereins nötig seien. Die städtische Bädergesellschaft wird die betriebswirtschaftliche Situation des SV 05 nun prüfen. Der Oberbürgermeister betonte zum Schluss, dass es sich hierbei um eine individuelle Förderung handele – „2015 ist diese noch einmal zu beraten.“

Gestiegene Kosten für Betrieb und Sanierung

Der 3250 Mitglieder starke Verein ist einer der größten Sportvereine in Unterfranken und hat mit Stefan Lurz einen der erfolgreichsten deutschen Schwimmer als Sportdirektor. Nun belasten den Verein jedoch Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu 750.000 Euro. Schuld daran sind nach Informationen des Vereinsvorsitzenden unter anderem die hohen Kosten für das vereinseigene Wolfgang-Adami-Bad im Würzburger Frauenland.

Denn rund 700.000 Euro alleine fallen jährlich für die Energiekosten der Anlage an. Dazu seien die Kosten für die langjährigen Sanierungsarbeiten stetig gestiegen – die vorab bewilligten Zuschüsse jedoch gleich geblieben. In der vergangenen Woche hatte der Verein in einer noch vor dem Treffen des Ausschusses anberaumten Sitzung die Mitgliederbeiträge von jährlich 250 Euro auf 280 Euro für das kommende Jahr erhöht – und wollte so ein positives Signal an den Stadtrat senden.

In diesem Jahr zahlte die Stadt bereits 446.700 Euro an den Verein. Die Förderung in Höhe von 300.000 Euro für den SV 05 ist nicht im Haushaltsentwurf für 2015, der am 20. und 21.November im Stadtrat beraten wurde, miteingeplant. Die Summe setzt sich aus 250.000 Euro Investitionskostenzuschuss und 50.000 Euro Betriebskostenzuschuss zusammen.

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