Uni Theater in der Stadtmensa
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Würzburg erleben
11. Dezember 2014

Symbolbild Würzburg
RÄUBER. SCHILLER FÜR UNS
Zwischen dem 09. und 12. Dezember wird auf der Studiobühne der Würzburger Stadtmensa (Am Studentenhaus 1) jeweils um 20 Uhr das Stück “RÄUBER. SCHILLER FÜR UNS” gespielt. Der Einlass ist um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Schillers Räuber in Frauen umgewandelt
Das Stück, das aufgeführt wird ist eine Adaption des Werkes „Räuber“ von Friedrich Schiller. Die Gymnasiallehrerin Marlene Skala, hat die Handlung in die Gegenwart verlegt und die Männer- in Frauenrollen umgeschrieben: Karl und Franz Moor werden zu Charlotte und Franziska; Amalia wird zu Volker, und die Räuberbande wird zu einer sich zunehmend radikalisierenden Frauen-WG.
Die Handlung
8 Räuberinnen, 1 Computervirus, 1 Familiendrama. Die Welt verbessern war ihr Ziel, zumindest glaubten sie das. Doch was ist wenn alles aus dem Ruder läuft, jeder auf einmal gegen jeden ist und du am Ende Dinge getan hast, die du nicht mehr verteidigen kannst? Kann Frau heute überhaupt noch wirklich etwas verändern?
Der Schriftsteller Maximilian Moor lebt primär in den Phantasiewelten seiner Romane. Dabei durchschaut er nicht die Intrige seiner jüngeren Tochter Franziska gegen ihre sie stets überstrahlende große Schwester Charlotte, um diese davon abzubringen, nach Hause zurückzukehren.
Charlotte war vor drei Jahren vor dem „bürgerlichen Muff“ ihres Elternhauses und ihres soliden, aber unaufregenden Freundes Volker geflohen und hatte sich in einer alten Fabrikhalle eine WG mit mehreren jungen Frauen eingerichtet: der exzentrischen Programmiererin E.T., der verkrachten Schauspielerin Nell, der gewaltbereiten Fanatikerin Grimm , der materialistischen Spiegel, der Feministin Schwarz, der rebellierenden Jugendlichen Sam und der desillusionierten Sozialarbeiterin Alice. Aus ihrer misslichen Lage heraus schließen sich die Frauen zu einer Bande zusammen, um „die Welt zu verbessern“, doch schon bald wird klar, dass jede ihre eigenen Interessen verfolgt und sie sich in eine ausweglose Situation manövriert haben.
Schillers Bühnen-Erstling 1782 uraufgeführt
Die Räuber waren Schillers Bühnen-Erstling. Die Uraufführung am 13. Januar 1782 löste einen Theaterskandal aus und machte seinen Autor über Nacht berühmt. Vor dem Hintergrund der Rivalität zwischen zwei Brüdern thematisiert das Sturm-und-Drang-Drama die Spannung zwischen Verstand und Gefühl, zwischen mitleidloser, kalter Rationalität und irrationaler, heißblütiger Leidenschaft, zwischen Freiheit und Gesetz, aber auch zwischen Autonomie und Fremdbestimmung durch Affekte und innere Dämonen.
Theater als „moralische Anstalt“
Friedrich Schiller (1759-1805) gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker und wird zusammen mit Goethe, Herder und Wieland zum Viergestirn der Weimarer Klassik gerechnet. Gemäß seinem Verständnis vom Theater als „moralische Anstalt“ verfolgte er in seinen sprachgewaltigen Dramen wie Die Räuber, Don Carlos, Maria Stuart, oder Wilhelm Tell das Programm einer Erziehung des Menschen, um Verstand und Gefühl in Einklang zu bringen und den Humanitäts- und Freiheitsidealen seiner Zeit zur Geltung zu verhelfen.
Bekannte Stücke Schülern altersgemäß nahe bringen
Marlene Skala, geboren 1962, hat Kunstgeschichte, Germanistik und Kunst in Karlsruhe und Mainz studiert. Seit 1995 ist sie Gymnasiallehrerin für Deutsch und Kunst in Lennestadt, wo sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schülern bekannte Theaterstücke altersgemäß aufbereitet nahe zu bringen.
Beruht auf einem Beitrag von Christian Stephan

