„Mein Weihnachtstraum“ – Als Kind am Weihnachtsmarkt
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Würzburg erleben
16. Dezember 2014

Symbolbild Würzburg
Der Weihnachtsmarkt – Der schönste Traum des Jahres
Es ist ein Traum, es ist der schönste Traum des ganzen Jahres. Der Weihnachtsmarkt. Mit den Jahren wird er immer voller, immer mehr Menschen wollen heiße Maronen essen, gezuckerte Mandeln probieren und Glühwein oder Feuerzangenbowle trinken. Oder kommt es mir nur so vor? War es in meiner Kindheit tatsächlich anders? Damals bin ich mit roten Wangen über den Weihnachtsmarkt meiner Heimatstadt Würzburg gestiefelt, voller Vorfreude auf das nahende Fest. Meine Kinderstimme war heiser, denn ich sang jedes Weihnachtslied, das aus den Kassettenrekordern tönte, mit.
Vor der kleinen Bühne blieb ich stundenlang stehen, sah dem Spiel der Krippenfiguren zu oder lauschte verzückt dem Chor mit seinen jahrhundertealten Weihnachtsliedern. Dazu das Labyrinth der Holzbuden, die watteweißen Dächer und das Meer aus Lichtern. Und in der Mitte die hohe Tanne, hell erleuchtet. Ich bin am Berliner Ring mitten in der Stadt aufgewachsen. Sooft es ging lief ich, an der Hand von Mutter oder Oma, zum Marktplatz und ließ mich verzaubern.
Der Duft brennender Wachskerzen
Noch heute rieche ich den Duft der brennenden Wachskerzen, die jedes Jahr zuhause unseren Tannenbaum schmückten. Damals, zu Zeiten meiner Kindheit, als es Glühbirnchen für Christbäume noch nicht gab. Und wo immer ein großer Eimer mit Wasser in Reichweite stand!
Meine ausländischen Freunde, denen ich Fotos schicke, erzählen mir jedes Mal von ihren Sehnsüchten. Doch was genau ist es? Ist es das Sinnbild des deutschen Weihnachtsmarktes, das sie mit den Bildern verbinden? Während in vielen Ländern in der Vorweihnachtszeit Partys gefeiert werden, zählt bei uns – zumindest bei den etwas Älteren – die stille Einkehr, die Einsamkeit des Schnees und der Duft der Tannen.
Wo ist die Weihnachtsstimmung hin?
Früher hatte ich mehr Weihnachtsstimmung, so scheint es mir. Doch wo ist sie hin? Deshalb sind auch heute noch Weihnachtsmärkte für mich wichtig, denn sie wecken in mir die kindliche Freude, die ich einst verspürte, mit all den Erwartungen an das Weihnachtsfest. Und, vor allem, lässt uns der Weihnachtsmarkt vergessen, dass wir nun erwachsen sind.
Ein Text von Sabine Ludwig
Über Sabine Ludwig
Sabine Ludwig ist Journalistin. Spezialisiert auf Entwicklungszusammenarbeit arbeitet sie außerdem als Krisenreporterin und als Wahlbeobachterin für die OSZE. Geboren wurde sie in Würzburg. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften und Journalismus in Deutschland und den USA. Als Journalistin und Buchautorin publiziert sie im In- und Ausland.
Bis 2009 war sie als Redakteurin beim Deutschen Entwicklungsdienst (DED) in Bonn tätig. Danach arbeitete sie als Lehrbeauftragte für Journalismus und Public Relations (PR) an der Fachhochschule in Würzburg. Heute ist sie Pressereferentin bei der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe. Als Bloggerin hat sie eine Lifestyle-Kolumne und einen Kunst-Blog. Eines ihrer letzten Projekte ist das Buch „Aufgewachsen in Würzburg in den 60er und 70er Jahren“, erschienen im Wartberg Verlag.
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