Graffitis in Würzburg – über 77.000 Euro Schaden im vergangenen Jahr
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Würzburg erleben
17. Dezember 2014

Symbolbild Würzburg
„Ist das Kunst, oder kann das weg?“
Man kennt sie aus Berlin, aus München und ein wenig aus Würzburg: Graffitis an den Wänden der Stadt. „Ist das Kunst, oder kann das weg?“, sind es Schmierereien oder schön anzusehende Werke von Künstlern? Sind Graffitis überhaupt ein Thema in Würzburg?
Verunstaltende und unerwünschte Graffitis gibt es in Würzburg eher selten. „Bei den von uns betreuten Gemäuern ist das nicht dramatisch“, sagt Jürgen Semmel, der als Fachabteilungsleiter Logistik für die Gemäuer der Stadt zuständig ist. Dazu zählen z. B. Rathaus, Falkenhaus, das Sozialreferat sowie weitere städtische Dienststellen in der Karmelitenstraße.
5 Entfernungen in 2 Jahren
„In den vergangenen zwei Jahren hatten wir nur fünf Stück“, erklärt Semmel. Normalerweise werden die Malereien von hauseigenen Mitarbeitern weg gemacht – in zwei Fällen ging das jedoch nicht, sodass die Graffitis durch eine Fremdfirma entfernt werden mussten. „Einmal kostete das 300 und einmal 600 Euro“, so der Fachabteilungsleiter. Zur Anzeige gebracht hat er die Fälle jedoch nicht: „Es ist eine Frage des Verwaltungsaufwandes, der nicht in Relation zum Bemühen steht, das Graffiti wieder zu entfernen.“
Graffitis sind Sachbeschädigung
Doch sich an fremden Gemäuern zu verwirklichen, ist kein Kavaliersdelikt, erklärt die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt, Kathrin Reinhardt. „Graffitis sind immer eine Straftat. Rechtlich gesehen gelten diese als Sachbeschädigung.“ In der Dienststelle der Würzburger Polizeiinspektion haben sie sogar einen eigenen Sachbearbeiter dafür. Im Blick auf das gesamte Stadtgebiet, gab es einige Graffitis, die zur Anzeige gebracht wurden.
171 Fälle von „Graffiti-Sachbeschädigung“
Im Jahr 2013 bearbeitete die Würzburger Polizei 171 Fälle von Sachbeschädigung durch Sprayer in Würzburg, teilt Reinhardt mit. Mit 1,6 Prozent Anteil an der Gesamtkriminalität macht diese Art der Sachbeschädigung jedoch nur einen sehr kleinen Teil aus. Von den 171 Fällen, konnte die Würzburger Polizei immerhin 53 Fälle aufklären, was einer Aufklärungsquote von 31 Prozent entspricht. Für diese konnten zwölf Tatverdächtige ermittelt werden. „Alle waren männlich“, sagt die Pressesprecherin.
Bis zu 25.000 Euro Schaden verursacht
77.300 Euro – das ist die Schadenssumme, die die 171 Graffitis verursachten. Welchen Schaden jedes einzelne genau verursacht hat, kann die Polizei nicht genau aufschlüsseln, doch haben sie verschiedene Schadensspannen aufgelistet. 43 Fälle lagen in der Schadenssumme zwischen 20 und 250 Euro, 48 Fälle zwischen 250 und 500 Euro und wieder 48 Fälle zwischen 500 und 2500 Euro. Doch fünf der gesprayten Kunstwerke haben eine noch höhere Schadenssumme zur Folge, wie Kathrin Reinhardt erklärt. „Vier der Graffitis verursachten Schäden zwischen 2500 und 5000 Euro und bei einem lag die Schadenssumme sogar zwischen 5000 und 25.000 Euro.“
Legales Graffiti in Würzburg
In Würzburg gibt eine große, legale Fläche, die sogenannte „Hall of Fame“, manche nennen sie auch „Wall of Fame“. Gemeint ist damit, die reich verzierte Stadtring-Unterführung in der Zeppelinstraße. Hier gibt es auch immer wieder neue Motive, wobei sich, laut dem Pressesprecher der Stadt Würzburg, die Graffiti- und „Street Art“-Szene auf einige Regeln verständigt hat, was das Übersprühen der Werke angeht.
Neben der erwähnten, gibt es keine weitere legale Großfläche. Dies bedeutet aber nicht, dass jedes weitere Kunstwerk dieser Art im Stadtgebiet illegal wäre. Im Rahmen des „Street Meet“-Festivals des Vereins Kunst im öffentlichen Raum (KÖR), oder durch weitere Kooperationen, entstanden in den letzten Jahren viele weitere Auftragsarbeiten. Üblicherweise sollen diese Werke dann aber nicht mehr übermalt werden.

