Das Bambusrad: Von Würzburg um die Welt

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Würzburg erleben

5. Januar 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Das selbstgebaute Bambusrad setzt mit dem 32. Fahrer seinen Weg nach Teheran fort

Eine lange Pause hat sich das Bambusrad genommen, seit August letzten Jahres ist es im Iran. Seine bisher über 4000 km weite Reise hat das Bambusrad in Würzburg begonnen. Im Frühling 2012 haben die beiden Studenten Matthias Kalla und Sabine Metzger die Idee gehabt, ein Bambusrad zu bauen. Dieses Rad soll die Welt einmal umrunden und irgendwann wieder in Würzburg ankommen. Das Besondere an dieser Reise ist, dass viele verschiedene Menschen ihren Teil dazu beitragen können.

Spenden für ein Trinkwasserprojekt

Jeder kann das Rad fahren, anmelden kann man sich über die Homepage www.globalbiketrotting.org oder über die Facebookseite. Hier findet Ihr auch nähere Infos. So wird ein großes, länderübergreifendes Netzwerk gesponnen, verschiedene Menschen lernen sich bei der Übergabe kennen, tauschen ihre Erlebnisse von der Fahrt aus und übernehmen eine neue Etappe. Das Projekt sammelt auf der Reise Spenden für ein Trinkwasserprojekt in Indien. Damit war auch der erste feste Punkt auf der Weltumrundung gesetzt: Indien.

Der Fahrer bestimmt die Route

Die Fahrer bestimmen die konkrete Route, das Rad muss keinen direkten Weg nehmen. So ist das Bambusrad, Bamboo 1, in Würzburg gestartet und mit vielen verschiedenen Fahrern eine große Runde durch Deutschland gefahren. Anschließend ist es durch Tschechien, Slowenien, Rumänien immer weiter ostwärts gefahren, im Winter durch die Karpaten und schließlich in der Türkei angekommen. Die lange Strecke haben dort verschiedene Mitglieder eines Radsportvereins bewältigt bis Ramin, der 30. Fahrer, das Rad bis nach Teheran gefahren hat.

Mojtaba – Der 31. Fahrer

In der iranischen Hauptstadt hat er das Bambusrad an Mojtaba, den 31. Fahrer übergeben. Ramin hat seine Erlebnisse berichtet, Mojtaba stand voller Erwartung vor der Fahrt und wie alle Fahrer haben auch die beiden Übergabefotos gemacht. Mojtabas Ziel war Shiraz, seine Heimatstadt im Südosten des Irans.

In Shiraz stand das Bambusrad viele Monate. Nicht allzu viele Reisende kommen durch diese Stadt. Der Grenzübergang zu Pakistan ist nicht mehr allzu weit, die Strecke ist allerdings gefährlich zum Rad fahren und Visa sind für diesen Grenzübergang nicht einfach zu bekommen. Nach mehreren Monaten ist der Emailkontakt zu Mojtaba dann vollkommen abgerissen, alle Mails auf Facebook und über die Mailadresse sind unbeantwortet geblieben.

Einige Monate später bekamen Matthias und Sabine eine Nachricht von Ramin, dem Vorgänger von Mojtaba. Er hatte erfahren, dass Mojtaba längere Zeit im Koma war und musste kurz darauf mitteilen, dass Mojtaba dort gestorben ist. Globalbiketrotting wird Mojtaba immer in Erinnerung behalten.

Die Weltumrundung soll weitergehen

Über Ramin bekam GlobalBikeTrotting Kontaktdaten von Mojtabas Vater. Er möchte die Weltumrundung des Bambusrads mit der Kette aus vielen Fahrern unterstützen und im Namen seines Sohnes das Rad weiter auf die Reise schicken. Gerade werden letzte Vorbereitungen getroffen, ein in Deutschland lebender Iraner fährt für einige Wochen in seine Heimat und möchte dabei das Rad von Shiraz in die Hauptstadt Teheran fahren. Von dort soll es eine einfachere Route weiter Richtung Osten nehmen.
Das nächste Ziel steht diesmal schon fest: das Bambusrad soll in den Norden Indiens, in das Gebiet der Wasserprojekte, für die es selbst über 3300 Euro Spenden gesammelt hat.

Über die Macher:

Matthias Kalla und Sabine Metzger hatten die Idee zu GlobalBikeTrotting im Frühling 2012 in Würzburg, wo beide studiert haben. GlobalBikeTrotting ist ein offenes Netzwerk, bei dem sich Interessierte jederzeit engagieren können, Streckenabschnitte übernehmen können oder für sauberes Trinkwasser spenden können.

Matthias engagiert sich schon seit langem bei Viva con Agua für sauberes Trinkwasser und ist auch schon für sauberes Trinkwasser bei Tramprennen quer durch Europa gereist und ist mehrere Marathonläufe für Spendengelder gerannt. Momentan lebt er in Dresden und schreibt seine Bachelorarbeit im Studiengang Vermessung und Geoinformatik.

Sabine hat in Würzburg Sonderpädagogik und Pädagogik studiert. Sie hat sich in mehreren Projekten zur Nachhaltigkeit engagiert, u.a. den Umsonstladen Würzburg mitgegründet. In einem Auslandssemester hat sie in Peru in einer Region mit vielen Konflikten um Wasserknappheit gewohnt. Momentan lebt sie in Regensburg und macht ihr Referendariat an einer Förderschule.

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