„Virtuell“ heilen Würzburger Forscher Höhenangst
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Würzburg erleben
8. Januar 2015

Symbolbild Würzburg
Per Joystick die Höhenangst besiegen
An Höhenangst zu leiden ist keine schöne Sache – Im Gegenteil, es kann in vielen Bereichen das Leben einschränken. Mit der Familie auf den Aussichtsturm? Schweißausbruch. Im Flieger aus dem Fenster schauen? Panik.
Der Würzburger Psychologe Martin J. Herrmann betreut ein Forschungsprojekt an der Uniklinik, bei welchem Probanden im virtuellen Raum ihre Höhenangst besiegen sollen. Mit einer Brille auf den Augen und einem Joystick in der Hand, mit dem man sich durch diese virtuelle Realität bewegt, versetzt sich der Proband in eine virtuelle Angstsituationen – Ein Meter hohes, im Wind schwankendes Stahlgerüst aus Pixel. In Wirklichkeit befindet sich der Proband jedoch in einem Raum des Lehrstuhls für klinische Psychologie. Ein überwiegender Großteil der Menschen würde dabei die gleichen Ängste durchleben, wie auf einem echten Stahlgerüst.
Ein Gehirnareal zum Verlernen von Angst
Außerdem wird dabei erforscht, ob eine Stimulation einer bestimmten Gehirnregion, die für das „Verlernen“ von Angst zuständig ist, die Höhenangst effektiver reduziert als herkömmliche Therapien.
Leidet ein Mensch an Höhenangst, versucht er meist angstauslösenden Situationen aus dem Weg zu gehen. Auf Dauer kann dies jedoch zu Einschränkungen im Lebensalltag führen. Wer sich einer Phobie entledigen will, der sollte sich dieser nicht nur stellen, sondern auf Expertenrat zurückgreifen. Eine Verbesserung tritt meist nur unter psychologischer Anleitung ein. Die Probanden am Würzburger Projekt werden über zehn Stunden beobachtet, vier davon in der virtuellen Realität. Der Zeitaufwand ist auf fünf Sitzungen verteilt und dies über vier Wochen.

