Vom Hörsaal in den Gulag

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Würzburg erleben

12. Januar 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Zeugenvortrag mit Siegfried Jenkner

Am Dienstag, den 13. Januar 2015, spricht Siegfried Jenkner über seine friedlichen Widerstand gegen das Regime, die Entdeckung, die folgenden Repressionen der KGB-Verhöre und seine Zeit im Sowjet-Arbeitslager Workuta. Der Zeitzeugenvortrag findet um 19 Uhr in Hörsaal 1 des Philosophiegebäudes Am Hubland statt und ist kostenlos.

Jenkner ließ sich freies Denken nicht verbieten

Seine akademische Karriere beendet er als Professor an der Universität Hannover. Begonnen hat er sie an der Universität Leipzig. Dort erlebt er, wie das sozialistische Regime die Freiheiten einschränkt. An der Uni muss er die marxistisch-leninistische Grundvorlesung besuchen. Doch Jenkner will sich das freie Denken nicht verbieten lassen und findet gleichgesinnte Kommilitonen. Sie lesen, was in der DDR verboten ist und sie denken, was in der DDR verboten ist.

Lagerhaft für freie Meinungsäußerung

Es ist geistiger Sprengstoff, was sie in ihren Flugblättern zur Volkskammerwahl 1950 fordern: freie Wahlen und das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wer mit solchem Sprengstoff hantiert, lebt gefährlich. Durch Zufall entdecken die Schergen des DDR-Regimes die Flugblätter in der Wohnung Herbert Belters. Die Gruppe war aufgeflogen. Bis auf einen, der in den Westen fliehen kann, werden alle gefasst. Die verbliebenen zehn werden über drei Monate hinweg bis zur Erschöpfung verhört. Am Ende spricht ein Militärtribunal den Schuldspruch: zwischen 10 und 25 Jahren Lagerhaft für neun von ihnen, darunter Jenkner. Belter, den die Sowjets als Kopf der Gruppe ausmachen, erhält ein anderes Urteil: Tod durch Erschießen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Fachschaftsvertretung Philosophische Fakultät. 

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