NoWügida unterstellt Polizei massive Gewalt
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Würzburg erleben
27. Januar 2015

Symbolbild Würzburg
Mit der zehnten Pegida-Demo in Würzburg verschärft sich die Auseinandersetzung zwischen Polizei und gewaltbereiten Gegendemonstranten. Der „Frontverlauf“ verschiebt sich zunehmend. Erstmals mußte die Polizei gestern mit Schlagstöcken gegen Personen vorgehen, die sie angriffen. Mittlerweile werden die Einsatzkräfte der Polizei gezielt provoziert und geschmäht., u.a. mit Parolen wie „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“ und „Scheiß Bullen“.
„USK knüppelt mit voller Gewalt“
So wird vom Bündnis „NoWügida „zum gestrigen Einsatz behauptet: „USK knüppelt mit voller Gewalt und Schlagstöcken am Peterplatz. Das USK lässt mal wieder die Situation eskalieren. Eine Person, die überrannt wurde, liegt verletzt am Boden. Polizeisanitäter weigern sich Erste Hilfe zu leisten.“ Auf unsere Nachfrage beim Bündnis meldet sich Pressesprecher Jürgen Neuwirth. Es schreibt: „Ich selbst habe in diesem Moment in der Nähe der verletzten Person gestanden und wurde Zeuge des Geschehens. Ein Kommunikationsteam hatte ebenfalls Kenntnis, dass eine Person verletzt am Boden lag. Eine Polizistin machte sich auf den Weg zum Mannschaftswagen um den Sanitäter-Rucksack zu holen. Diese kehrte aber dann zu ihren Kollegen zurück.“
Auch weitere Sympathisanten äußern sich auf der FB-Seite von NoWügida, so z.B. der Linken-Stadtrat Sebastian Roth: „Den Polizeisani sollte man anzeigen, das ist seine Pflicht!“. Auf die Nachfrage, ob er denn den Sachverhalt gesehen habe, antwortete er dort bislang nicht. Die Polizei bestätigt, daß es eine verletzte Person gegeben hat. Diese sei aber von einem Polizeisanitäter erstversorgt und danach an den Rettungsdienst übergeben worden. Die verletzte Person hat sich dann einer Personalienfeststellung entzogen und ist verschwunden. Bislang gebe es laut Polizei auch keine Beschwerde bzw. Anzeige.
„Personen von der Polizei stranguliert und geschlagen“
Wie schwerwiegend die Vorwürfe von NoWügida mittlerweile an die Einsatzkräfte sind, macht ein weiteres Beispiel von Anfang Januar deutlich: „Mehrere Personen wurden von der Polizei stranguliert und geschlagen, wir hatten dabei keine Möglichkeit die Situation zu verlassen.“ Auch hier werden die Behauptungen durch keine Beweise gestützt. Deshalb fragten wir bei der Polizei nach, die diese Vorwürfe in aller Deutlichkeit zurückweist. Auf unsere Nachfrage bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken heißt es weiter: „Generell muss die Polizei feststellen, dass die Rekonstruktion von Situationen im Einsatzgeschehen sowie die Kommentierung von Vorwürfen und Behauptungen schwer fallen, wenn diese ohne Nennung von Namen des Berichterstatters, vermeintlichen Geschädigten, Ort und Zeit etc. erhoben werden.“
http://youtu.be/jHPjNsRCZYw
„Mach gegenüber der Polizei keine Aussagen“
Auffällig ist auch, daß bei den Handreichungen von NoWügida an die Gegendemonstranten nicht nur Pegida, sondern zunehmend auch die Polizei als Gegner identifiziert wird. So werden u.a. Tipps bei den wohl erwarteten „Polizeiübergriffen“ gegeben sowie den Sympathisanten eingeschärft, keine Aussagen gegenüber der Polizei zu machen, da jede Aussage „gegen Dich und Deine Mitstreiter_innen verwendet wird“. Das von NoWügida beschriebene Kommunikationsteam bestand bei den vergangenen Demos aus Antifa-Anhängern.
Wer ist NoWügida?
Bei dem Bündnis NoWügida handelt es sich nach eigenen Angaben um 50 Personen, die sich um den Gegenprotest zu den WÜGIDA-Demonstrationen kümmern. Ziel sei es, die eigenen Eindrücke und Erlebnisse der Öffentlichkeit darzulegen. Weiter heißt es „Wir versuchen auch der Presse eine alternative Meinung zu den Pressemitteilungen von Ordnungskräften und Wügida zu liefern. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit möglichen Protestformen und betreiben Recherche über die Veranstalter und die, in inzwischen hoher Anzahl erscheinenden, ultrarechten Gruppen wie der Partei „Der dritte Weg“ oder der Identitären Bewegung.“
Alle Videos zu den Pegida-Versammlungen und den Gegendemonstrationen findet Ihr hier: Videoplaylist Demos.

