IHK: Gutachten zeigt deutliche Überlastung im Güterverkehr
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Würzburg erleben
28. Januar 2015

Symbolbild Würzburg
Schienenverbindung Würzburg – Nürnberg – Passau
Die Bahnstrecke von Würzburg über Nürnberg, Regensburg nach Passau und weiter nach Wien und Budapest ist die einzige international bedeutende Schienenverbindung in der Region – und überlastet. Die mainfränkische IHK fordert einen raschen Ausbau.
Wichtige Route für Europa
Die Bahnstrecke ist nicht nur für den Personenverkehr wichtig, sondern auch für den Güterverkehr zu den europäischen Zentren im Westen und zu den Seehäfen sowie nach Mittel- und Osteuropa. Deswegen haben die vier bayerischen Industrie- und Handelskammern mit Sitz in Würzburg, Nürnberg, Regensburg und Passau ein Gutachten zur Leistungsfähigkeit dieser Verbindung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis, so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Rudolf Trunk, ist eindeutig: „Die Strecke ist in Teilbereichen bereits überlastet, insbesondere im Güterverkehr. Das beeinflusst die Leistungsfähigkeit der gesamten Strecke.“
Engpässe an verschiedenen Stellen
Besondere Engstellen zeigen sich laut Trunk derzeit vor allem bei den über die Strecke verteilten Messpunkten in Rottendorf und Karlstadt, im Raum Nürnberg oder in Obertraubling. Das IHK-Gutachten prognostiziert bis 2030 nochmals einen Zuwachs von rund 24 Prozent des Schienenverkehrs auf dieser Verbindung, mit dann bis zu 350 Zügen täglich. Dieses Aufkommen würde erheblich über der Kapazitätsgrenze der Strecke liegen. „Der weitere Ausbau muss daher in vollem Umfang in den kommenden Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.“, fordert die mainfränkische IHK.
Bundesverkehrswegeplanes 2015
Mit der Neufassung des Bundesverkehrswegeplanes 2015 werden die Weichen für die Umsetzung wichtiger Infrastrukturmaßnahmen gestellt – für das nächste Jahrzehnt und darüber hinaus. „Für uns sind funktionierende Verkehrswege eine wichtige Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung und den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Das gilt ungeachtet der besonderen Bedeutung der Straßen für den Güterverkehr genau so für die Schiene“, so Trunk. In einem gemeinsamen Schreiben haben sich die vier bayerischen IHKs daher bereits an die zuständigen Minister in Bayern und im Bund, Alexander Dobrindt und Joachim Herrmann, gewandt.
TEN-Korridors Rhein – Donau
Die Verbindung insgesamt ist von europäischer Bedeutung. Vor gut einem Jahr hatte die EU daher die Schienenverbindung als Teil des sogenannten „TEN-Korridors Rhein – Donau“ ausgewiesen, der die Wirtschaftszentren Straßburg und Frankfurt über Bayern mit Wien und weiter bis zum Schwarzen Meer verbindet. Diese Einstufung der Strecke als Bestandteil des Transeuropäischen Netzes (TEN) muss nach Auffassung der Wirtschaftskammern nun auch in den Planungen des Bundes Berücksichtigung finden.
Steigender Güterverkehr
Neben der Bewältigung des Personenverkehrs ist es aus Sicht der Wirtschaftskammern dringend erforderlich, dem gestiegenen Güterverkehr gerecht zu werden. „Dazu kann eine bessere Auffächerung der Transporte auf die Verkehrsträger einen wichtigen Beitrag leisten.“, so Trunk.
Kontakt
Eine Kurzfassung des Gutachtens ist bei der IHK erhältlich: natalie.easter@wuerzburg.ihk.de, Tel. 0931 4194-323
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

