Arbeitsmarktzahlen: Januar 2015
Anzeige
Würzburg erleben
30. Januar 2015

Symbolbild Würzburg
Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit
Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat im Januar 2015 aus jahreszeitlichen Gründen deutlich zugenommen. Bedingt durch die Winterpause waren 9.590 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 1.260 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um einen halben Prozentpunkt auf 3,4 Prozent – blieb jedoch um 0,3 Prozentpunkte unter der Quote des Vorjahres (3,7 Prozent). Der Anstieg erscheint auf den ersten Blick zwar sehr deutlich, jedoch fiel er ähnlich hoch aus wie im Vorjahr und war teilweise sogar signifikant niedriger als in den zurückliegenden Jahren. In den Wintermonaten steigt die Arbeitslosigkeit stets stärker an, da in vielen witterungsabhängigen Branchen, wie beispielsweise dem Baugewerbe, die Aktivitäten gedrosselt oder vorübergehende eingestellt werden. Dies erklärt auch, warum sich im Berichtsmonat deutlich mehr Männer als Frauen arbeitslos gemeldet haben.
Spannende Monate
Eugen Hain, Chef der Agentur für Arbeit Würzburg, mit einer Einschätzung der aktuellen Arbeitsmarktsituation in der Region: „Der heimische Arbeitsmarkt steigt erwartungsgemäß ins neue Jahr ein. Wenn es in Bezug auf die Rahmenbedingungen beim Status quo bleiben sollte, sind in den nächsten Monaten eigentlich keine Besonderheiten zu erwarten. Da wir auch in Mainfranken auf keiner Insel der Seligen leben und daher nicht vor externen „Turbulenzen“ gefeit sind, werden die kommenden Monate dennoch spannend bleiben.
Ansonsten gilt es, business as usual zu betreiben und unsere Hausaufgaben zu machen. Für uns in der Arbeitsagentur bedeutet dies, beispielsweise im „Vermittlungsgeschäft“, die fachlich passende Frau, den passenden Mann mit der passenden Arbeitsstelle in Verbindung zu bringen. Optimales „Matching“ nennt man dies neudeutsch. Dort wo es geboten ist, werden wir Arbeitssuchende mit passgenauen Weiterbildungsangeboten für den Arbeitsmarkt fit machen. Eine Erfolgsgeschichte wird aber nur daraus, wenn es auch zum Abschluss kommt. Und hier sind wir auf die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Arbeitgeberseite angewiesen. Aber auch hier können wir auf ein bewährtes Miteinander bauen.“
Nahezu alle Personenkreise profitieren
Trotz des spürbaren Anstiegs der Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember waren aktuell 780 Personen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Das entspricht einem Bestandsrückgang um 7,6 Prozent. Ein überdurchschnittlicher Rückgang wurde bei den unter 25- Jährigen mit 14,1 Prozent, bei den Frauen mit 10,7 Prozent und bei den über 55-Jährigen mit 8,4 Prozent verzeichnet. Die Zahl der Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos waren und damit das Merkmal der Langzeitarbeitslosigkeit erfüllten, hat sich gegenüber dem Vorjahr um 10,1 Prozent verringert. Während der Bestand der gemeldeten Schwerbehinderten mit 8,4 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich sank, wurde bei den Arbeitslosen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit ein Anstieg um 5,5 Prozent beobachtet. Gemessen an allen Arbeitslosen war rund jeder Vierte langzeitarbeitslos (2.320), mehr als jeder Fünfte 55 Jahre und älter (2.120), jeder Sechste besaß nicht die deutsche Staatsangehörigkeit (1.580) und jeder Zehnte unter 25 Jahre (840) oder schwerbehindert (850).
Deutlich mehr Zugänge als im Dezember
Den 3.380 Zugängen in Arbeitslosigkeit standen 2.110 Abgänge gegenüber. Nach einer vorherigen Erwerbstätigkeit meldeten sich 2.060 Personen. Das waren 780 mehr als im Dezember und 170 weniger als vor einem Jahr. Eine erneute Erwerbstätigkeit haben 780 Menschen. Frauen und Männer aufgenommen. Gegenüber dem Vormonat war das ein Plus 30 und gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 110.
Rückgang der Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung erfasst neben den Arbeitslosen unter anderem auch Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und daher nicht als arbeitslos gezählt werden. Im Januar erfasste die Unterbeschäftigung zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen 3.400 Personen und damit insgesamt 12.990 Frauen und Männer. Gegenüber dem Vorjahr ist die Unterbeschäftigung um 800 Personen bzw. 5,8 Prozent gesunken.
Stabile Arbeitskräftenachfrage
Der Bestand sozialversicherungspflichtiger Stellen bewegte sich im Januar um knapp 18 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 750 Stellen neu zur Vermittlung gemeldet. Das waren etwa so viele wie im Vorjahr. Etwa jede vierte Stelle hiervon kam von einem Unternehmen der Arbeitnehmerüberlassung. Besonders gefragt waren Fachkräfte für Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe, der Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik sowie im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen.
Main Spessart mit höchsten Ausschlägen
Gegenüber Dezember ist die Arbeitslosigkeit in den drei Landkreisen des Agenturbezirks und der Stadt Würzburg erwartungsgemäß angestiegen. In allen Gebietskörperschaften waren jedoch weniger Frauen und Männer arbeitslos als vor einem Jahr. In Main-Spessart fiel der Anstieg mit 19,4 Prozent gegenüber Dezember am deutlichsten aus. Für die 1.990 Arbeitslosen errechnete sich mit 2,7 Prozent (Vormonat 2,3 Prozent) dennoch die günstigste Quote im Agenturbezirk. Der Vorjahresbestand wurde um knapp 13 Prozent unterschritten.
Im Landkreis Würzburg hat die Zahl der Arbeitslosen um 360 auf 2.570 zugenommen (+16,4 Prozent). Die Quote erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich wurden 180 Arbeitslose weniger gezählt (-6,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote für das Stadtgebiet erhöhte sich ebenfalls um 0,4 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Aktuell waren mit 3.240 Betroffenen 320 Personen mehr arbeitslos als im Vormonat (+10,8 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Arbeitslosenbestand um 7,2 Prozent verringert.
Für den Landkreis Kitzingen errechnete sich auf der Basis von 1.800 arbeitslosen Menschen eine Quote von 3,6 Prozent nach 3,1 Prozent im Dezember. Das entsprach einem Plus von 260 Personen (+16,6 Prozent). Im Vergleich zum Januar 2014 wurden 60 Personen (-3,3 Prozent) weniger gezählt.
Deutlich höherer Anstieg in den Arbeitsagenturen
In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 5.500 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 4.080 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Im Vormonatsvergleich waren in der Arbeitslosenversicherung 1.050 Personen (+ 23,6 Prozent) und in der Grundsicherung 210 Personen (+ 5,3 Prozent) mehr gemeldet. Gegenüber Januar des Vorjahres ist der Arbeitslosenbetand in der Arbeitslosenversicherung um 460 Arbeitslose (-7,8 Prozent) und in der Grundsicherung um 320 Arbeitslose (-7,2 Prozent) gesunken.
Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg.

