49.000 Euro für Projekte in Tansania
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Würzburg erleben
2. Februar 2015

Symbolbild Würzburg
Partnerkaffee mit Umsatzplus
Erneut eine Steigerung beim Absatz vermeldet der Verein Würzburger Partnerkaffee: 58 Tonnen fair gehandelter Röstkaffee sind im Jahr 2014 verkauft worden, wie der Vorstand am Mittwoch, 28. Januar, bei einer Pressekonferenz im Würzburger Kilianshaus bekanntgegeben hat.
„Globalisierung der Solidarität“
Das ist gegenüber dem Vorjahr eine erneute Steigerung um 6,6 Prozent. Insgesamt sechs Projekte in Tansania erhalten insgesamt 49.000 Euro aus den zusätzlich zum fairen Preis pro verkauftem Kilogramm erhobenen Solidaritätsbeiträgen in Höhe von jeweils 38 Cent. „Wir setzen mit unserer Arbeit die ‚Globalisierung der Solidarität‘ um, von der Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga beim Diözesanempfang vor wenigen Tagen gesprochen hat“, sagte Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Hein-Rothenbücher.
6 Projekte gefördert
Nach Angaben von Geschäftsführer Klaus Veeh betrug der Gesamtumsatz rund 293.000 Euro. Vom ausgeschütteten Solidaritätsbeitrag in Höhe von 49.000 Euro profitierten 2014 auf Antrag von Mwanza e.V. die Victoria Schools in Mwanza mit 9.000 Euro, auf Antrag der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) die Lepra-Kontaktuntersuchungen und Medikamentenprophylaxe in Tansania mit 7.500 Euro. Der Weltladen vermittelte 8.500 Euro für den Wassertank in der Pfarrei Igawchanya, das Missionsärztliche Institut 9.000 Euro an die Pharmazieschule Kilimandscharo. Über den Afrika-Club wurden 10.000 Euro für ein Programm zur Reaktivierung des lokalen Basisgesundheitsdiensts des Krankenhauses Litembo weitergeleitet. 5.000 Euro gibt der Partnerkaffee an die Kleinbauern im Bistum Mbinga zur Fortführung einer genossenschaftlichen Krankenversicherung.
Kritik am Preis
Kritische Töne kamen unter anderem von Klaus Brönner vom Fairhandel der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Er bemängelte, dass der Würzburger Partnerkaffee mit der Qualität im oberen Drittel des Marktes rangiere, preislich aber im unteren Drittel. 150.000 Euro ohne Steuer setze seine Einrichtung als Einzel- und Großhändler mit dem Produkt um, es verblieben aber lediglich 18.000 Euro Spanne. „Das ist rein kaufmännisch betrachtet zu wenig.“ Dennoch sei der Partnerkaffee unverzichtbar. Auch in den Tagungshäusern und dem Kloster in Münsterschwarzach werde ausschließlich der fair gehandelte Kaffee ausgeschenkt.
Stiftung Juliusspital unterstützt
Auch für Wolfgang Popp, Leiter des Geschäftsbereichs Krankenhaus und Personal der Stiftung Juliusspital, hat sich der Wechsel hin zum Würzburger Partnerkaffee bezahlt gemacht. Die rund 10.000 Euro an Mehrkosten pro Jahr würden bewusst akzeptiert, weil man die positiven Auswirkungen in Afrika sehe. Dafür habe man auch die Anschaffung von Kaffeeautomaten und Brühstationen in Kauf genommen, die bislang von den kommerziellen Anbietern gleich mitgeliefert wurden. „Wir haben uns als Juliusspital dem nachhaltigen Wirtschaften und der Fairness gegenüber unseren Lieferanten und Kunden verpflichtet.“ Daher sei diese Entscheidung nur logisch und konsequent gewesen.
Fairer Handel
Als im wahrsten Sinne „preis-wert“ würdigte Michael Röhm von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) den Partnerkaffee angesichts der für die weltweit meisten Kaffeebauern negativen Auswirkungen der Globalisierung. Hier werde nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Ganz ähnlich sah es Mario Rothenbücher von der Commerzbank Würzburg. Seine Bank habe die Spekulation mit Lebensmitteln gänzlich aufgegeben und fühle sich dem fairen Handel verpflichtet. Als konkrete Umsetzung vor Ort serviere die Commerzbank den rund 35 Mitarbeitern in Würzburg jetzt den Partnerkaffee.
Konkurrenz mit neuer Plantage
Mit großer Sorge berichteten Partnerkaffee-Vorsitzender Hein-Rothenbücher und Geschäftsführer Veeh von ihrem jüngsten Besuch in Tansania. Rund 50 Kilometer vor Mbinga wurde kürzlich mit Geld eines internationalen Finanzinvestors eine rund 600 Hektar große Kaffeeplantage mit Tröpfchenbewässerung errichtet. „Ökologisch, sozial und ökonomisch ist das eine Katastrophe mit Ansage“, erklärten die beiden.
12 Organisationen
Dem Verein Würzburger Partnerkaffee gehören zwölf Organisationen an: Missionsärztliches Institut, Diözese Würzburg, evangelisches Dekanat Würzburg, Deutsche Lepra- und Tuberkulose-Hilfe (DAHW), Afrikaclub, Weltladen, Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Diözesan-Caritasverband, Benediktinerabtei Münsterschwarzach, Stadt Würzburg, Mwanza e.V. sowie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Würzburg.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Ordinariats Würzburg.

