LeerRaumPioniere – Das Zwischennutzungsprojekt in Würzburg

Anzeige

Würzburg erleben

3. Februar 2015

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Leerstehende Gewerbeflächen als Ausstellungsräume

Die Idee ist einfach: Lokale Kreative nutzen für kurze Zeiten leerstehende Gewerbeflächen als Ausstellungs- und Projekträume. Was unter dem Schlagwort „Zwischennutzung“ bereits in vielen Städten praktiziert wird, kommt nun auch in Würzburg an. Die LeerRaumPioniere, eine Gruppe von vier Studierenden, möchten eine ganze Reihe von solchen temporären Orten der Kunst in der Stadt auf die Beine stellen.

Junge, noch nicht etablierte Kreative aus der Region

„Wir beobachteten zwei Dinge: Zum einen, dass es in der Würzburger Innenstadt in auffallendem Maße leerstehende und ungenutzte Gewerbeflächen gibt. Zum anderen, dass junge und noch nicht etablierte Kreative aus der Region kaum Raum haben, um ihre Kunst im Zentrum der Stadt zu zeigen“, sagt Anne Stengel. Zusammen mit Simon Horn (29), Jasmin Schmitt (26) und Lisa Hrubesch (27) hat die 22-Jährige im Sommer 2014 beschlossen, an dieser Situation etwas zu ändern. Die vorbereitende Arbeit hat sich gelohnt: Am 12. Februar 2015 eröffnen die LeerRaumPioniere ihre erste Ausstellung in einem leerstehenden Ladengeschäft in der Sterngasse 6. Der Holzbildhauer und Designer Daniel Grimme aus Sommerhausen wird in der Ausstellung für vier Wochen seine Skulpturen, Plastiken und Designarbeiten aus Holz präsentieren.

Vorteile für Künstler und den Immobilienmarkt

Für die Zeit ab Mitte März sind die LeerRaumPioniere bereits auf der Suche nach weiteren Orten für ihr Zwischennutzungskonzept. Von solchen temporären Ausstellungen in leerstehenden Ladenlokalen profitieren mehrere Seiten wie Lisa Hrubesch erklärt: „Uns ist wichtig, dass lokale Kreative, von denen viele beispielsweise in der Posthalle ansässig sind, auch ohne großes Risiko in interessanten Räumen in der Innenstadt ihre Arbeit präsentieren können“. Aber auch die teilweise schon längere Zeit vakanten Gewerbeflächen würden dadurch wiederbelebt und bekämen so wieder Aufmerksamkeit auf dem Immobilienmarkt.

Würzburger Kunstangebot wird bereichert – Profit für Stadt und Region

Von den kulturellen Zwischennutzungen profitiere natürlich auch Stadt und Region, sagt Anne Stengel: „Das Würzburger Angebot im Bereich der Kunst wird dadurch um ein vieler Orten beliebtes und erfolgreiches Modell reicher, was auch die Kunstszene der Region beleben dürfte.“ Kein Wunder also, dass der Fachbereich Kultur der Stadt Würzburg dem Projekt gerne mit einer Anschubfinanzierung auf die Beine geholfen hat. Auch das Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ e.V. zählt zu den Unterstützern der ersten Stunde. „Wir haben in Würzburg zwar mit ca. 6% eine vergleichsweise moderate Leerstandsquote“, so Geschäftsführer Wolfgang Weier. „Dennoch freuen wir uns ganz besonders über die Initiative der LeerRaumPioniere, denn jeder Leerstand ist einer zu viel. Mit einem von uns lange gewünschten Zwischennutzungsprojekt wie diesem lässt sich die Attraktivität der Einkaufsstadt Würzburg noch weiter erhöhen.“

Arbeitsreicher Weg bis zur ersten Ausstellung

Der Weg von den ersten Überlegungen bis hin zur Vernissage der ersten Ausstellung war arbeitsreich. „Wir haben mit verschiedenen Zwischennutzungsprojekten in anderen Städten gesprochen, Berge von Notizzetteln gefüllt, Konzepte formuliert und Finanzpläne aufgestellt“, so Simon Horn. Aus den Treffen, die die vier Gründer der LeerRaumPioniere mit vielen langjährig in der Würzburger Kulturszene Aktiven geführt haben, entstanden auch handfeste Verbindungen: Die LeerRaumPioniere firmieren inzwischen als Projekt des aktiven Kunstvereins „Kunst im öffentlichen Raum“ (KÖR e.V.). Tatkräftig unterstützt werden sie von dem Jugendkulturhaus Cairo.

Ausstellung „Raum 1“ in der Sterngasse 6

Wer sich selbst von der Umsetzung des Konzepts überzeugen möchte, der ist herzlich zur Ausstellung „Raum 1“ mit Werken des Künstlers Daniel Grimme eingeladen. Die Vernissage findet am Donnerstag, 12. Februar 2015, um 19 Uhr, in der Sterngasse 6 statt. „Wir freuen uns darauf, mit den Kunstinteressierten aus Würzburg ins Gespräch zu kommen und ihnen unser Konzept vorzustellen“, so Jasmin Schmitt. Die Ausstellung ist dann bis 8. März mittwochs bis sonntags jeweils von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

Alle Nachrichten rund um die Themen Politik, Kirche und Kultur gibt es hier.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Vereins für Kunst im öffentlichen Raum KöR e.V.

Banner2
Topmobile2